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Was mit Spänen: Schreinermeister 4.0

Bei diesen Tekkie-Tischlern verbindet sich traditionelles Handwerk mit computergestützter Frästechnik und anderen modernen Maschinen.

Längst ist die Digitalisierung im Handwerk angekommen: Auch Schreinermeister Michael Meier aus der Oberpfalz hat seinen Betrieb mit Hightech-Maschinen zukunftsfähig gemacht.

Eine Schreinerwerkstatt am Ortsrand, Fensterblick auf schneebedeckte Wiesen und Felder inklusive: Wer das Vorurteil widerlegen möchte, Generationswechsel in Familienunternehmen seien zwangsläufig mit Konflikten verbunden, sollte Vater und Sohn Meier aus Pfreimd einen Besuch abstatten. Senior Johann, der den aktuellen Standort inmitten der schönen Landschaft der Oberpfalz Ende der 1970er Jahre aufgebaut hat, weiß sein Lebenswerk bei Junior Michael (36) in guten Händen: „Mein Vater war stolz, dass ich damals das Geschäft übernommen habe. Und jetzt bin ich genauso stolz, dass mein Sohn das Geschäft weiterführt.“ Während der 67-Jährige langsam und bedächtig erzählt, zeichnet sich auf seinem Gesicht ein Lächeln ab. Gefragt ist Meier Senior weiterhin: Er arbeitet täglich mit, bringt seine Erfahrung ein, pflegt die Kontakte. Unterstützt wird das Vater-Sohn-Team von einem Gesellen und einem Lehrling. Der Kundenstamm der seit 1898 bestehenden Schreinerei erstreckt sich von der näheren Umgebung bis in den Raum Regensburg – darunter ein gewerblicher Kunde, der für die Hälfte aller Aufträge verantwortlich ist.

Traditionsbewusst, aber nicht altmodisch

Johann und Michael Meier zeigen, wie auch kleine Familienbetriebe Tradition und Zukunft unter einem Dach vereinen können. Tradition steht in erster Linie für das handwerkliche Wissen, das die Meiers über vier Generationen gesammelt und weitergegeben haben: Wie man Holz professionell bearbeitet. Wie man Kundenwünsche kreativ umsetzt. Wie man ein gutes Möbelstück baut. Zur Tradition gehören aber auch die Anekdoten, die Seniorchef Johann Meier erzählt. Zum Beispiel, dass in einer nahe gelegenen Kirche immer noch die 1912 von seinem Großvater geschreinerten Stühle zu finden sind. „Auch die Eingangstür, der Voraltar und diverse andere Holzarbeiten sind von uns“, sagt er – und schmunzelt. „In diese Kirche ist noch nie ein anderer Schreiner reingekommen.“ Ein angenehmer Nebeneffekt sei die kostenlose Werbung, die mit solchen Aufträgen einhergehe: „Unsere Schreinerei ist bekannt in der Region, und die meisten neuen Kunden gewinnen wir durch Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Automaten mit Touchscreen-Eingabe sind aus dem modernen Handwerk nicht mehr wegzudenken.

Maschinell unterstützte Handarbeit

Um der Tradition auch in Zeiten von Industrie 4.0 und Digitalisierung eine Zukunft zu sichern, hat Juniorchef Michael Meier in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich auf computergesteuerte Säge-, Bohr- und Fräsarbeiten umgerüstet. Er zeigt auf eine Maschine mit höhenverstellbarem und schwenkbarem Sägeaggregat: „Das ist unsere Formatkreissäge, die haben wir bereits 2008 angeschafft.“ Inzwischen nutze fast jeder Schreiner oder Tischler diese Technik, um ein Werkstück auf die gewünschten Maße zuzuschneiden. Länge und Breite kann Michael Meier über einen Touchscreen eingeben, dann muss er nur noch das Material auflegen, alles andere läuft automatisch. „Und schauen Sie mal hier ...“, Meier durchschreitet die Werkstatt und stoppt vor einem weiteren, langgezogenen Gerät, „ … dies ist unsere Kantenanleimmaschine, die haben wir erst seit einem knappen Jahr.“ Der Name spricht für sich: „Damit behandeln wir sämtliche Platten und Umleimer. Und auch hier kann ich übereinen Touchscreen die passenden Daten eingeben.“ 

Lineal und Zirkel sind „out“: 3D-Skizzen für Möbel entstehen am Computer

Die größte der Investitionen, die Michael Meier für seine Schreinerei getätigt hat, ist eine rund 3500 Kilogramm schwere CNC-Maschine. Die Abkürzung steht für „Computerized Numerical Control“. „Mit Hilfe solch einer computergesteuerten Fräsmaschine können wir sehr große und aufwendige Werkstücke mit hoher Präzision produzieren.“ Im Alltag werde das Gerät aber auch bei allen üblichen Holzarbeiten eingesetzt. „Zuletzt haben wir damit mehrere Zimmertüren und einen Schrankkorpus für einen Privatkunden bearbeitet.“ Als Nächstes stehe eine Einbauküche auf dem Programm. Individuelle Beratung spielt bei allen Aufträgen eine wichtige Rolle: „Wir versuchen die meist eher ungefähren Vorstellungen des Kunden in etwas Konkretes, Anschauliches zu verwandeln.“ Entsprechende Skizzen entstehen – inzwischen branchenüblich – am PC. „Dadurch können wir auch dreidimensionale Vorabmodelle am Bildschirm präsentieren“, sagt der Juniorchef. „Und das erleichtert natürlich die Entwurfsphase.“

"Inzwischen erstellen fast alle Schreiner ihre Vorab-Skizzen am Computer."

Mit günstigen Möbelhausketten sehen sich Johann und Michael Meier nicht in Konkurrenz: „Bei uns tragen die Möbel keine Namen, dafür halten sie sehr lange.“ Sowohl die Geschäfts- als auch die Privatkunden der Schreinerei bestellen maßgeschneiderte Holzarbeiten, die sich in keinem Katalog finden – vom kleinen Einbauschrank fürs Dachgeschoss bis hin zur kompletten Gestaltung einer Werkskantine.

Niedlicher kann man Tradition nicht in einem Bild darstellen: Zwei Generationen von Tischlern schreinern für die dritte.

Späne und Computer: Schreinerei 4.0

Sowohl Meier Senior als auch Meier Junior haben bereits als kleine Kinder durch ihre Väter den Geruch von frischem Holz kennen gelernt, sind durch den Familienbetrieb geprägt worden. „Mein Vater hat mir aber nie das Gefühl vermittelt, dass ich unter allen Umständen in seine Fußstapfen treten muss“, erzählt Michael Meier. „Schreiner zu werden, war allein meine Entscheidung.“ Allerdings sei ihm schon mit fünf oder sechs Jahren klar geworden, dass er später ebenfalls in diese Richtung gehen würde. „Ich liebe meinen Job“, sagt der Holz-Tekkie heute. „Jeder Auftrag ist neu, jeder Kunde ist anders, und so bleibt es immer spannend und interessant.“

Und die nächste Generation? Rein theoretisch steht einer künftigen Fortsetzung der Familientradition nichts im Wege. Schreinermeister Michael Meier hat eine zweijährige Tochter, erwartet gerade einen Sohn – und gibt sich gelassen: „Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.“ Sein Vater Johann nickt zustimmend. Man muss sich Johann und Michael Meier als glückliche Menschen vorstellen – auf der einen Seite traditionsbewusst, auf der anderen Seite der Zukunft und ihren Herausforderungen positiv zugewandt. Ihre Geschichte zeigt, wie das Handwerk von neuen Technologien profitieren kann: Computergesteuerte Maschinen nehmen dem Menschen körperlich schwere Arbeit ab, ohne ihn überflüssig zu machen. Schreinerei 4.0.

Selbst beim Einsatz von modernster Technik entscheiden immer noch Augenmaß, Erfahrung, handwerkliches Können und Geschick.

  

  

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