Wissenswertes über Netzschalter

Was sind Netzschalter?

Netzschalter öffnen oder schließen die elektrische Verbindung vom ankommenden Netzkabel und der danach eingebauten Elektronik (meist ein Netzteil). Sie befinden sich zwischen einer Spannungsquelle und einem elektrischen Verbraucher. Die Spannungsquelle ist in diesem Falle das 230-Volt-Niederspannungnsnetz, und der Verbraucher kann vom Computer bis zum Digitaloszilloskop im Grunde jedes elektrische Gerät sein. Normalerweise befindet sich im angeschlossenen Gerät nach dem Schalter ein elektrischer Wandler (Transformator oder Schaltnetzteil), der die im Gerät benötigten Betriebsspannungen bereitstellt.

Netzschalter führen einen von Menschenhand ausgelösten Schaltvorgang aus und verbleiben in der eingenommenen Position, bis der nächste Vorgang ausgelöst wird. Sie sind für die regelmäßige Benutzung und viele Schaltzyklen ausgelegt und können Geräte oft viele zehntausend Mal aktivieren und deaktivieren, bevor sie verschleißen. Das Gerät wird nach dem Einschalten mit Spannung versorgt und ist nach dem Ausschalten mit einem Klick vom Stromnetz getrennt und so deaktiviert. Bei zweipoligen Netzschaltern erfolgt die Trennung galvanisch, also durch ein nicht leitfähiges Kopplungsglied zwischen Phase und Nullleiter.

Netzschalter sind so konstruiert, dass sie den Bediener zuverlässig gegen die (zufällige) Berührung eines spannungsführenden Teils schützen. Dazu sind die Schaltkontakte von den äußeren Bedienelementen berührungssicher durch ein umgebendes Gehäuse und nichtleitende Mechaniken separiert. Auf diese Weise sind Verletzungen durch Strom ausgeschlossen.

Das Betätigungselement von Netzschaltern befindet sich meist gut erreichbar an der Außenseite des zu bedienenden Geräts. Der Netzschalter ist dazu entweder an der Rückseite der Frontplatte befestigt oder auf einer Leiterplatte so positioniert, dass er von außen leicht zu erreichen ist. Durch Aufsätze auf das eigentliche Schaltelement, wie Dreh- oder Druckknöpfe und Knebel, beschriftete oder beleuchtete Betätiger, kann der Schalter an das Design des Gerätes angepasst werden. Ebenso stehen verschiedene Anschlussvarianten zur Verfügung: Printanschlüsse zum Einbau auf Leiterplatten, Lötösen oder Kontakte für Flachstecker.
Viele Geräte haben anstatt des Netzschalters nur einen Taster, mit dem das betreffende Gerät aus dem Stand-by-Modus mittels einer internen Elektronik-Schaltung in Betrieb genommen wird.

Die relevanten Daten für Netzschalter

Die wesentlichen elektrischen Größen sind die Eignung für die Netzspannung von 230 Volt sowie die beim Einschalten maximal zu bewältigende Stromlast mit einer entsprechenden Sicherheitsreserve. Diese Reserve ist vor allem bei 50-Hertz-Netzteilen leistungsstarker Geräte relevant, um den Einschaltstromstoß zu verkraften.

Einige Netzschalter sind zusätzlich mit sogenannten Wischkontakten ausgestattet. Damit können – speziell im Bereich der heimischen Unterhaltungselektronik – zusätzliche Impulse für weitere Gerätekomponenten oder Fernbedienungen und ähnliches ausgelöst werden. Eine wichtige Größe, vor allem bei den federunterstützten Druckschaltern, ist der Betätigungs-Weg. Dieser mechanische Hub ist bei der möglichen und nötigen Einbautiefe des Netzschalters ins Gerät zu beachten, um eine sichere Bedienung zu gewährleisten.

Damit die Netzschalter geschützt sind, lange halten und komfortabel bedienbar sind, gibt es diverses Zubehör, zum Beispiel Taster, Tastkappen und Steckhülsen. Beachten Sie die jeweiligen Empfehlungen für passendes Zubehör. So können Sie sicher sein, dass letztlich alles zusammenpasst.

Praxistipp: Defekte Netzschalter messtechnisch erkennen

Die Mechaniken der Schalter sind sehr robust, so dass in erster Linie die Schaltkontakte durch Kontaktabbrand verschleißen können. Das führt zu wachsenden Übergangswiderständen, so dass die Stromversorgung des Gerätes nicht mehr sichergestellt ist – bis hin zu dessen völligem Ausfall.
Dieser Fehler lässt sich durch Messung an den geschlossenem Schaltkontakten mit einem Ohmmeter feststellen, nachdem das Gerät vom Niederspannungsnetz getrennt worden ist.

  

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Netzschaltern

Was ist bei Umgang mit Netzschaltern zu beachten?

Halten Sie die gängigen Bestimmungen für den Umgang mit Niederspannung ein. Beachten Sie, dass unter Umständen Garantieansprüche erlöschen können, wenn Sie Geräte öffnen. Für industrielle Anwendungen können standardisierte Zulassungen wie beispielsweise VDE oder UL erforderlich sein. Die Details dazu entnehmen Sie den Datenblättern der jeweiligen Produkte.
Wenn ein Netzschalter ausgetauscht werden muss und der originale Ersatz nicht mehr erhältlich ist, ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Prüfen Sie vor dem Austausch die Belegung der Schalterkontakte, um die Kabel richtig anzuschließen. Andernfalls droht die Gefahr von Kurzschlüssen beim Schalten.

Wie lange halten Netzschalter?

Die Anzahl der Schaltzyklen von Netzschaltern liegt bei Werten ab zirka 25.000 aufwärts, wenn die Belastungskriterien eingehalten werden. Wenn man beispielsweise ein Radio zweimal an jedem Tag ein- und ausschaltet, liegt die Lebensdauer bei etwas mehr als 17 Jahren.

Wie kommt es zu Defekten an Netzschaltern?

Netzschalter können an den Schaltkontakten durch Kontaktabbrand verschleißen und funktionieren infolge dessen nicht mehr. Bei stark vibrierender Technik, zum Beispiel in Wasch- oder Küchenmaschinen, können sich außerdem die Kabel vom Schalter lösen, was ebenfalls zum Ausfall des Geräts führt. Doch nicht jedes Gerät verfügt über einen Netzschalter, einige besitzen lediglich einen Taster mithilfe dessen ein Gerät aus dem Stand-by-Modus in Betrieb genommen wird. Dabei handelt es sich nicht um Netzschalter im klassischen Sinne.

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