Wissenswertes zu Mini-Kameras & Getarnten Überwachungskameras

Einsatzzwecke von Minikameras

Mini-Kameras und als Alltagsgegenstand getarnte Kameras kommen dort zum Einsatz, wo herkömmliche Überwachungskameras als zu groß und starr erscheinen. Mit dem technischen Fortschritt werden die Geräte immer kleiner und dezenter, mittlerweile sind sie sogar in Knopfgröße oder in Schraubenkopf-Form erhältlich. Auch Zusatzfunktionen wie etwa Nachtsicht oder Datenübertragung per WLAN gehören bei vielen Mini-Überwachungskameras längst zum Standard.

Oftmals ergänzen sie größere Videoanlagen in Bereichen, die nicht vom Bildradius der Hauptkamera erfasst werden wie zum Beispiel in einer Ecke hinter einem Mauervorsprung oder im Inneren eines Tresors. Die kleinen Geräte passen in Nischen, die zur Aufhängung von stationärer Überwachungstechnik ungeeignet wären.

Außerdem sind Mini-Überwachungskameras durch ihre handliche Größe flexibel für mobile Einsatzzweckegeeignet. Dazu zählen zum Beispiel Beweissicherungszwecke oder investigative Recherchen. Auch für Naturfilmer sind Mini-Kameras interessant, die als sogenannte Foto-Fallen das Leben wilder Tiere dokumentieren. Sofern die Geräte über eine Nachtsicht-Funktion verfügen, können Sie ihre Zwecke auch bei Dunkelheit erfüllen.

Unser Praxistipp: Gesicherte Aufnahmen

Normale Überwachungskameras werden offensichtlich angebracht und sollen meistens durch ihre bloße Präsenz abschrecken. Diese Kenntlichkeit der Überwachungstechnik hat den Nachteil, dass die Kameras von geübten Dieben und Einbrechern nicht selten noch vor dem Betreten des gefilmten Bereichs abgedeckt oder zerstört werden. Versteckte Kameras haben bessere Chancen, unentdeckt zu bleiben und dadurch später auswertbares Videomaterial der Ereignisse zu sichern.

   

  

Was ist der Unterschied zwischen einer Mini-Kamera und einer getarneten Kamera?

  • Mini-Kameras setzen auf kompakte Größe und können dadurch gut versteckt werden. Kleine Überwachungskameras benötigen weniger Platz als die gängigen Geräte und bieten sich deshalb in manchen Bereichen als Alternative zu herkömmlichen Überwachungs-Kameras an.

  • Getarnte Kameras, auch Spionage-Kameras genannt, zählen auch zu den Mini-Kameras. Sie sind aber auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. Durch die vielen verschiedenen Formen und Größen findet sich für jeden Bereich die passende Tarnung, beispielsweise in Form von Lampen, Schrauben oder Wanduhren. Getarnte Kameras können nahezu überall frei positioniert oder mobil getragen werden.
Achtung: Überlegen Sie sich schon vor dem Kauf von Überwachungs-Technik, wo diese zum Einsatz kommen soll. Besonders in Außenbereichen ist es ratsam, mögliche Temperaturschwankungen zu berücksichtigen. Indoor greifen Sie am besten zu einer im Raum möglichst unauffälligen, getarnten Variante. Manche Mini-Überwachungskameras verfügen über Webcam-Funktionen und Fernzugriffoptionen.

Auswahl von Minikameras und getarnten Kameras

Welche Mini-Kamera für Sie die richtige ist, hängt maßgeblich vom Einsatzgebiet ab. Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über die Vor- und Nachteile einzelner Modelle.

Kameratyp
Beschreibung
Minikamera Nicht unbedingt getarnt, aber dennoch sehr unauffällig sind Mini-Überwachungskameras, die in verschiedenen Größen erhältlich sind. Erweiterbarer Speicherplatz, integrierte Akkus und verschiedene Möglichkeiten zur Anbringung im Raum bieten volle Flexibilität und Sicherheit.
Knopf- & Schraubenkopf-Kameras Noch kleiner als Mini-Kameras sind Knopf- und Schraubenkopf-Kameras, die sich in Gegenständen und an der Kleidung verbergen lassen. Sie können auch in bestehende Einrichtungsgegenstände wie Schränke oder Sofas eingebaut werden und sind dabei absolut unauffällig.
Kugelschreiber & Stifte Wie im Film sind getarnte Kameras in Stiftform kaum von üblichen Kugelschreibern zu unterscheiden. Einzig eine kleine runde Öffnung für die Kameralinse ist sichtbar. Die meisten Modelle sind zudem voll schreibfähig.
Schlüsselanhänger-Kameras Kameras als Schlüsselanhänger getarnt haben den Vorteil, dass im Gehäuse meist direkt eine Batterie und ein Speicherchip versteckt ist, was die aktive Laufzeit verlängert. Allerdings ist es gar nicht so einfach, den Bildbereich beim mobilen Einsatz optimal auszurichten.
Ringbuch-Kamera Die Ringbuch-Kamera kann leicht zwischen sonstigen Aktenordnern in einem Regal platziert werden oder auf einem Schreibtisch liegen. Akku und Speicherchip sind integriert. Als perfekte Tarnung kann der Ordner beim Öffnen sogar mit echtem Papier bestückt werden.
Uhren & Armbanduhren Sowohl an der Wand, als auch am Handgelenk sind Kameras in Form von Uhren sehr unauffällig. Wanduhren bieten einen guten Überblick über den Raum, während Armbanduhren überall unterwegs eingesetzt werden können.
Kamera im PIR-Gehäuse Auf den ersten Blick handelt es sich um einen einfachen Bewegungsmelder mit thermischem Auslöser zum Starten von Smart-Home-Prozessen. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man den eigentlichen Zweck, nämlich die Kamera zur Videoüberwachung.

Darüber hinaus können einzelne Modelle mit weiteren Zusatzfunktionen ausgestattet sein:

  • Bewegungsmelder: Die Kamerafunktion startet erst, wenn eine Bewegungserkennung erfolgt. Das spart Speicherplatz und erleichtert die Auswertung der Aufnahmen, da insgesamt weniger und relevanteres Videomaterial als bei einer durchgängigen Videoaufnahme aufgezeichnet wird.

  • Geräuscherkennung: Die Geräuscherkennung startet die Mini-Kamera erst, wenn Gespräche einer bestimmten Lautstärke oder andere laute Geräusche erkannt werden, zum Beispiel durch einen Einbruch verursacht. Auch das spart Speicherplatz und Energie zum Betrieb der Kamera.

  • blinkende LED: Blinkende LEDs erleichtern die Inbetriebnahme der Mini-Überwachungskamera und weisen manchmal auch einen niedrigen Batteriestand hin.

Armbanduhr mit getarnter Kamera im Ziffernblatt und zusätzlichem Mikrofon.

Nachfolgend finden Sie weitere Auswahlkriterien, die beim Kauf einer Mini-Kamera wichtig sind:

Auflösung und sonstige Qualitätsmerkmale für Videoaufnahmen

Die Auflösung der Bilder orientiert sich am Zweck ihrer Verwendung. In vielen Bereich sind Videokameras mit HD-Auflösung heutzutage Standard. Der von der Kamera erfasste Bereich sollte zudem ausreichend groß sein. Eine weitere nützliche Funktion ist die Infrarot-Nachtsicht für Aufzeichnungen trotz Dunkelheit. Eine andere Option für ausreichend Nachtsicht ist Kopplung der versteckten Kamera an einen Bewegungsmelder mit Lichtsteuerung. Das Einschalten des Lichts schreckt Einbrecher zusätzlich ab.

Aufzeichnungsdauer

Generell wird eine Stromzufuhr für die Überwachungskamera benötigt, die je nach Modell entweder über Kabel und Netzteile oder mobil durch Akkus und Batteriensichergestellt wird. Gerade bei mobilen Geräten ist die Laufzeit durch den Batteriebetrieb begrenzt, wobei im Standby-Betrieb in der Regel weniger Energie verbraucht als während eines aktiven Aufzeichnungsvorgangs.

Speicherplatz

Nichts ist ärgerlicher, als wenn die Aufnahme plötzlich abbricht, weil der Speicherplatz voll ist. Achten Sie auf ausreichend große Speichermedien (min. 4 bis 8 GB) beziehungsweise auf die direkte Übertragung der Videoaufnahmen auf externe Geräte wie angeschlossene Festplatten oder Computer.

WLAN-Minikameras bieten zwar gewisse Übertragungsrisiken, dafür ist der Speicherplatz durch den abweichenden Speicherort frei wählbar und die Aufnahmen sind auch bei Entwendung der WLAN-Kamera extern gesichert.

Der notwendige Speicherplatz kann erheblich reduziert werden, wenn die Kamera nicht alles aufnimmt, sondern erst bei bestimmten Ereignissen zum Beispiel mittels eines integrierten Bewegungsmelders oder einer Geräuscherkennung die Aufnahme startet. Eine geringere Auflösung der Bilder spart ebenfalls immens an Speicherplatz.

Eine Überschreibfunktion beim Speichermedium ist praktisch, da sie fortlaufend Speicherplatz zur Verfügung stellen und alte Aufnahmen automatisch löschen. Manchmal sind Speichermedien wie MicroSD-Karten nicht im Lieferumfang von getarnten Kameras enthalten und sollten daher separat gleich mitbestellt werden.

Witterungsbeständigkeit

Viele Minikameras sind nicht für den Außeneinsatz geeignet. Näheres entnehmen Sie bitte den konkreten Produktdatenblättern mit Angaben der Hersteller.

Unser Praxistipp: Anschlussmöglichkeiten

Beachten Sie, dass manche Kameras eine permanente Verbindung zu einem Bildschirm, PC oder einem WLAN benötigen, um die Bilder auswerten und speichern zu können. Umso kleiner die Kamera, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einige Funktionen von externen Geräten übernommen werden müssen. Hier sind die Anzahl und Art der Anschlussmöglichkeiten entscheidend für die Auswahl.

   

Videoüberwachung: Was ist erlaubt?

Schützen Sie sich vor Schadensersatzansprüchen, indem Sie mit dem zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten oder der örtlichen Polizeibehörde Rücksprache halten und sich die getroffenen Vereinbarungen schriftlich dokumentieren lassen. Generell gilt: Zeichnen Sie Videos nur auf, aber veröffentlichen Sie sie niemals! Private Fahndungsaufrufe sind verboten und können zu empfindlichen Schadenersatzforderungen führen.

Selbst wenn ein begründeter Verdacht besteht, ist die Abwägung zwischen Schutz des Eigentums und den Persönlichkeitsrechten von Dritten nicht so leicht wie man es instinktiv gern hätte. Video-Aufnahmen verletzen das Recht am eigenen Bild und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung von aufgenommenen Personen.

Mit den neuen Regeln der DSGVO kann es sogar richtig teuer für den Betreiber einer illegitimen Kamera werden. Deswegen müssen in der Regel alle betroffenen Personen über die Videoaufzeichnung informiert werden beziehungsweise dieser sogar aktiv zustimmen. Das gilt für alle Anwesenden und Gäste, auch Reinigungspersonal, Briefträger und ähnliche. Insbesondere Miteigentümer haben das Recht, die Installation einer Überwachungskamera mit Verweis auf ihre Privat- und Intimsphäre zu untersagen.

Beim Filmen außerhalb der eigenen Wohnung und des eigenen Grundstücks, also schon in anliegenden Bereichen und auf fremdem Terrain sowieso, sollten Sie sich an die jeweilige Hausordnung halten und aufpassen, dass Ihre Kamera keine intimen Situationen, Geschäftsgeheimnisse oder ähnlich sensible Daten einfängt. Oft ist das Filmen per Hausordnung generell untersagt, zum Beispiel als Schutz vor Industrie-Spionage auf Werksgeländen, aus Urheberrechtsgründen bei Konzerten oder in öffentlichen Schwimmbädern.

Rechtlich ein großer Unterschied besteht zudem zwischen rein visuellen Aufnahmen und audiovisuellen mit Ton. Die Vertraulichkeit des Wortes zu verletzen wiegt juristisch wesentlich schwerer als eine einfache Bildaufzeichnung. Deswegen haben die meisten Überwachungskameras kein integriertes Mikrofon.

FAQ - häufig gestellte Fragen zu Mini- und getarnten Kameras

Darf ich mein eigenes Grundstück filmen?

Grundsätzlich dürfen Überwachungskameras jeder Art auf einem Privatgrundstück eingesetzt werden, sofern damit nicht der öffentliche Bereich (z.B. die Straße) gefilmt wird. Sobald fremde Personen auf den Aufnahmen zu sehen sind, gelten jedoch strenge Datenschutzrichtlinien, die sich nach den gesetzlichen Vorgaben richten. Solche Aufnahmen dürfen nicht einfach veröffentlicht werden. Bitte informieren Sie sich deshalb genau, bevor Sie die Kamera einsetzen.

Schützen Kameras vor Einbrechern?

Nein. Mit einer Mini-Überwachungskamera ist nur die anschließende Auswertung der Geschehnisse leichter. Manche Versicherungen gewähren Rabatte auf Hausrat- und Gebäudeschutzversicherungen, wenn Überwachungskameras installiert sind. Allerdings sollten Sie sich vorab genau bei Ihrem Versicherungsvertreter informieren, welche technischen Anforderungen dabei gelten.

Kann ich man mit einer Minikamera einen ganzen Raum überblicken?

Je nachdem, wo die Minikamera installiert ist, können damit sehr große Bereiche beobachtet werden. Ein Blick auf die Auflösung des Bildes und das Sichtfeld der Kamera können Auskunft darüber geben, ob eine Kamera am gewünschten Ort ausreicht. Häufig kommen Mini-Kameras als Ergänzung zu großen Überwachungskameras zum Einsatz.

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