Wissenswertes zu internen Festplatten

Auf internen Festplatten können selbst große Datenmengen komfortabel gespeichert werden. Dabei sind sie in unterschiedlichen Formfaktoren und mit verschiedenen Schnittstellen erhältlich. Worauf Sie beim Kauf achten sollten und welche Vorteile eine SSD-Festplatte mit sich bringt, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Interne Festplatten im Überblick

Ohne interne Festplatte ist der beste Computer nutzlos, denn neben Betriebssystem und diversen Anwendungsprogrammen wollen auch die digitalisierte Videosammlung sowie die Bilder vom letzten Urlaub irgendwo gespeichert werden. Bei der Suche nach dem passenden Speichermedium ist häufig die Kapazität für die Auswahl ausschlaggebend. Konventionelle mechanische Festplatten erreichen hier mittlerweile Speicherkapazitäten von bis zu 16 Terabyte.

Einen anderen Ansatz verfolgen sogenannte Solid-State-Laufwerke (SSD): Statt auf magnetischen Scheiben werden die Daten in Flash-Speicherzellen abgelegt, was unter anderem ein großes Plus an Geschwindigkeit mit sich bringt. Die geläufigsten Festplatten-Formfaktoren sind das 3,5"- sowie das kompaktere 2,5"-Format. Wenn der Rechner nicht geöffnet werden soll, bietet sich als Alternative eine externe Festplatte an, die bei Bedarf schnell über die USB-Schnittstelle angeschlossen werden kann.

Unterschiede HDD-Festplatte und SSD-Festplatte

Während eine konventionelle Festplatte Daten auf schnell rotierenden magnetischen Scheiben speichert, legt eine SSD die Daten als elektrische Ladung im Flash-Speicher ab. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass auf mechanische Bauteile komplett verzichtet werden kann. Eine SSD ist somit unempfindlich gegenüber Erschütterungen und erreicht dazu Übertragungsgeschwindigkeiten, welche einer konventionellen internen Festplatte deutlich überlegen sind. Da eine SSD keine beweglichen Teile besitzt, verrichtet sie ihre Arbeit zudem ohne jedes Geräusch. HDD-Laufwerke punkten dagegen mit einer hohen Kapazität zu einem erschwinglichen Preis. Durch ständig verbesserte Fertigungsverfahren konnte das Fassungsvermögen immer weiter erhöht werden. Die aktuellen Topmodelle bieten bis zu 16 Terabyte. 

Hybrid-Festplatten vereinen die Vorteile beider Welten. Dabei wird eine Festplatte mit einem kleinen SSD-Speicher kombiniert. Der Flash-Speicher fungiert als Cache und hält häufig benötigte Daten vor, wie zum Beispiel beim Startvorgang des Betriebssystems. Solange noch Platz im Cache ist, erreicht ein solches Hybrid-Laufwerk Geschwindigkeiten, die denen einer SSD nahekommen. Ist der schnelle SSD-Speicher allerdings ausgeschöpft, liest und schreibt das Laufwerk nur noch mit der Geschwindigkeit einer konventionellen Festplatte, bis der Cache wieder genutzt werden kann.

Wichtiges beim Kauf von internen Festplatten

Schnittstelle: Vor dem Kauf sollten Sie herausfinden, für welche Schnittstelle Sie eine interne Festplatte benötigen. Als Standard hat sich die SATA-Schnittstelle etabliert, die mittlerweile in so ziemlich allen Heim- und Büro-Computern vorhanden ist. In professionellen Workstations oder in Servern werden dagegen häufig SAS-Festplatten betrieben. Die Anschlusskabel der beiden Standards ähneln sich auf den ersten Blick, tatsächlich kann eine SATA-Festplatte auch an einer SAS-Schnittstelle genutzt werden. Umgekehrt ist die Kompatibilität eines SAS-Datenträgers mit einem SATA-Kabel nicht gegeben. Durch die SAS-Schnittstelle werden höhere Transferraten ermöglicht, entsprechende Laufwerke rotieren mit bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute. Der an seinen charakteristischen Flachbandkabeln zu erkennende IDE-Anschluss ist dagegen ein Relikt aus vergangenen Tagen und spielt bei modernen Rechnern keine Rolle mehr.

Formfaktor: Ebenfalls relevant ist der Formfaktor. Während bei Desktop-Computern gewöhnlich 3,5"-Laufwerke verbaut werden, sind für Notebooks die kleineren 2,5"-Modelle nötig. Vereinzelt kann man in älteren Subnotebooks auch noch 1,8"-Datenträger finden. Bei besonders dünnen mobilen Rechnern setzen die Hersteller vermehrt auf kompakte M.2-Steckmodule. Diese sind auch als NVMe-Module erhältlich, die über die deutlich schnellere PCI-Express-Schnittstelle angebunden werden und Geschwindigkeiten jenseits der 3 Gb/s erreichen.

Einsatzzweck: Entscheidend für den Kauf der richtigen Festplatte ist der geplante Einsatzzweck. Soll der Datenträger primär dazu genutzt werden, eine große Menge an Daten zu sichern, wie es beispielsweise bei einem regelmäßigen Backup der Fall ist, ist eine konventionelle Festplatte die erste Wahl. Auch bei der Verwendung als Netzwerkspeicher leistet die mechanische Festplatte sehr gute Dienste. Soll die Festplatte dagegen in einem Notebook genutzt werden, empfiehlt sich aufgrund der hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Vibrationen und Erschütterungen der Einsatz einer SSD. Auch wenn besonders hohe Transferraten benötigt werden, kann die SSD ihre Stärken deutlich ausspielen. Speziell in Bereichen, in denen oft mit großen Dateien gearbeitet wird, zum Beispiel bei der Videobearbeitung, kann ein SSD-Laufwerk vorteilhaft sein.

Geschwindigkeit: Im Gegensatz zum Flash-Speicher wird bei einer internen Festplatte die Arbeitsgeschwindigkeit durch die Umdrehungsgeschwindigkeit der eingebauten Magnetscheiben definiert. Moderne SATA-Festplatten drehen mit 5400 bis 7200 U/min. Je höher die Drehzahl, desto schneller können die Schreib-/Leseköpfe der Festplatte arbeiten. Zu beachten ist, dass mit steigender Rotationsgeschwindigkeit das Geräuschniveau und die Wärmeentwicklung ansteigen. Für einen reinen Datenspeicher, auf dem kein Betriebssystem installiert ist, sind Datenträger mit 5400 U/min häufig bereits ausreichend. Ein bei modernen Festplatten bis zu 512 MB großer Cache optimiert zusätzlich die Leistung, indem Schreib- und Lesezugriffe gepuffert werden. SSD-Laufwerke arbeiten deutlich schneller. Eine durchschnittliche SATA-SSD erreicht bereits über 550 MB/s beim Lesen von Daten. Dazu kommt, dass entsprechende Laufwerke keine beweglichen Teile besitzen und daher lautlos arbeiten.

In unserem Shop finden Sie eine Vielzahl von Festplatten im 3,5"-Format mit SATA-, SAS- und IDE-Schnittstelle. Auch bei den 2,5"-Modellen umfasst unser Portfolio Datenträger mit den gängigen Schnittstellen SATA und SAS. Zusätzlich führen wir Zubehör für interne und externe Festplatten, Schutzhüllen für Festplatten sowie SSHD-Festplatten in den Größen 3,5" und 2,5".

Unser Praxistipp: Kombination aus SSD und konventioneller Festplatte nutzen

Für die meisten Anwendungen hat sich eine Kombination aus einer schnellen SSD mit einer geringeren Kapazität und einer konventionellen Festplatte mit hoher Speicherkapazität bewährt. Das SSD-Laufwerk beherbergt das Betriebssystem und alle Programme, die häufig benutzt werden, während die Festplatte alle Daten wie Bilder, Videos und Musikdateien aufnimmt. Das System vereint die Vorteile beider Technologien. Dank der SSD reagiert das System schnell und die Bootdauer verkürzt sich auf ein Minimum. Da der schnelle Flash-Speicher nur für die wichtigsten Programme genutzt wird, kann die Kapazität des Laufwerks relativ klein gewählt werden, was Kosten spart. Weniger häufig genutzte Programme und Dateien werden dagegen auf der langsameren Festplatte mit hoher Speicherkapazität untergebracht.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu internen Festplatten

Wie tausche ich eine interne Festplatte aus? 

Beim Austausch einer internen Festplatte ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Wichtig ist auch, ob auf der neuen Festplatte das Betriebssystem installiert werden soll. Für die neue Hardware-Umgebung müssen unter Umständen neue Gerätetreiber installiert werden. Ein Festplattentausch sollte grundsätzlich nicht ohne Fachkenntnis durchgeführt werden. Besonders auf die Kompatibilität mit der Hardware und die richtige Verkabelung ist zu achten. Schließen Sie die Kabel für Netzteil und Datentransfer an, starten Sie den Computer neu und partitionieren Sie die Festplatte.

Wieso spielt die Temperatur einer Festplatte eine wichtige Rolle? 

Bis zu welcher Temperatur ein Laufwerk noch verwendet werden darf, wird gewöhnlich vom Hersteller vorgegeben. So empfiehlt Seagate beispielsweise eine Temperatur zwischen 5 und 50 °C. Allerdings gilt die Regel: Je geringer die Betriebstemperatur, desto länger hält das Laufwerk. Laut Seagate beträgt die MTBF (Mean Time Between Failures) einer Festplatte bei einer Temperatur von 25 °C rund 600.000 Stunden. Wird der Datenträger dagegen bei 52 °C betrieben, reduziert sich die Zeitspanne um 50 Prozent. Bei modernen Festplatten sind zu hohe Temperaturen noch vor mechanischen Beschädigungen die Ausfallursache Nummer Eins. Auf eine adäquate Kühlung der Festplatten sollte daher geachtet werden. Gewöhnlich ist dafür bereits ein gut belüftetes Gehäuse ausreichend. Gegebenenfalls können Sie auf einen speziellen Festplattenkühler zurückgreifen. Auch bei externen Festplatten kann eine zu hohe Temperatur zum Problem werden. Um eine Überhitzung zu vermeiden, sollte das Gerät nach Verwendung wieder ausgeschaltet werden.

Wie kann ich Datenverlust am besten vorbeugen?

Um den Verlust wertvoller Daten zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig Backups anlegen. Wichtig ist dabei, dass Sie das Backup auf einer separaten Festplatte sichern. Ideal geeignet sind dafür NAS-Systeme oder externe Festplatten. Ebenfalls zu empfehlen ist eine aktuelle Sicherheitssoftware auf Ihrem PC, denn häufig ist Schadsoftware der Übeltäter, der einen Datenverlust verursacht. Auch ein mechanischer Schaden kann das Aus für Ihre Daten bedeuten. Damit es nicht soweit kommt, sollten Sie regelmäßig die S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology) Daten Ihrer Festplatten auslesen. Auffällige Parameter des Datenträgers werden Ihnen hier schon frühzeitig angezeigt und Sie haben ausreichend Zeit, die Daten zu sichern und das Laufwerk zu tauschen.

Warum sollte man Erschütterungen bei im Betrieb befindlichen Festplatten vermeiden? 

Moderne SATA-Festplatten drehen mit bis zu 7200 U/min. Setzt man den Rechner Erschütterungen aus, während die Festplatte gerade Daten liest oder schreibt, besteht das Risiko, dass zumindest einer der Schreib-/Leseköpfe auf die Oberfläche der rotierenden Magnetscheibe prallt. Die Folge sind sogenannte defekte Sektoren, die künftig nicht mehr beschrieben werden können. Im Extremfall kann ein Stoß gegen den Rechner während des Betriebs zu einem Totalschaden der Festplatte führen. Es empfiehlt sich daher, den PC immer herunterzufahren, bevor er beispielsweise unter dem Schreibtisch hervorgezogen wird. 

Was ist ein RAID und wie hilft es mir, meine gespeicherten Daten zu schützen? 

Mithilfe eines RAID-Systems können mehrere Festplatten zusammengeschlossen werden. Nahezu jedes moderne Mainboard hat bereits einen entsprechenden Controller integriert. Häufig genutzte RAID-Versionen sind die Level 0 und 1. Bei RAID 0 werden mindestens zwei Festplatten zu einem Laufwerk zusammengefasst. Jede zu speichernde Datei wird auf beide Datenträger aufgeteilt. Somit wird die Datentransferrate gesteigert, gleichzeitig erhöht sich allerdings das Ausfallrisiko. Fällt eine der Festplatten im RAID 0 aus, sind die Daten verloren. Bei einem RAID 0 werden wieder mindestens zwei Festplatten zu einem Verbund zusammengeschlossen. Diesmal wird jedoch eine Datei jeweils komplett auf jeder der im Verbund befindlichen Datenträger gespeichert. Dadurch wird die Datensicherheit massiv erhöht. Fällt eine Festplatte aus, bleiben die Daten trotzdem erhalten. Einen Leistungsvorteil wie bei RAID 0 ist in diesem Fall allerdings nicht möglich. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer RAID-Level wie 5, 10 oder 60, die hauptsächlich im professionellen Umfeld eingesetzt werden.


 

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