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Wissenswertes zu Komponententestern

Sicherheit, Präzision und Schnelligkeit sind bei der Fehlersuche und -beseitigung gefragt. Oft ist es nur ein einzelnes Bauteil, das für Ärger in komplexen elektronischen Umgebungen sorgt. Komponententester sind eine unentbehrliche Hilfe, um solche „Störenfriede“ zu erkennen und durch funktionierende Teile zu ersetzen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber mehr über die Funktionsweise und Verwendungsgebiete der Testgeräte.

Was ist ein Komponententester?

Ein Komponententester ist ein Kombi-Messgerät mit automatisierten Funktionen. In Geräten mit Grundausstattung können damit die elektrischen Größen Induktivität, Widerstand und Kapazität an Bauelementen erfasst werden. Daher rührt die englischsprachige Bezeichnung „LCR meter“. Die Buchstaben stehen für die englischen Begriffe Inductance (L), Capacitance (C) und Resistance (R) her.

Die Geräte ermöglichen Messungen an spannungslosen Bauelementen: bei Widerständen im Bereich von Milli- bis mehrere Megaohm, an Kondensatoren von Pico- bis in den Bereich von Milli-Farad oder an Spulen von Mikro- bis zu mehrstelligen Henry-Werten. Es gibt hochspezialisierte Komponententester, die jeweils nur eine elektrische Größe testen, das dann aber mit extrem hohen Genauigkeiten.

In der Kombination der genannten Messgrößen können unterschiedliche elektronische Bauelemente auf Funktion und/oder Kennlinie getestet werden. Ebenso die Werte und Kennlinien diverser elektronischer Bauteile. Dazu gehören Transistoren, MOSFETs, Triacs, Thyristoren, verschiedene Dioden, Dioden-Netzwerke bis hin zu LEDs.

Viele Geräte erkennen nach Anschluss automatisch die zu testende Komponente. Dazu gehört auch, dass beim Anschluss von Halbleitern an den Komponententester automatisch die Pin-Belegung ermittelt wird. Die Möglichkeiten der Tester sind so weitreichend, dass beispielsweise sogar erkannt wird, ob ein Silizium- oder ein Germanium-Transistor angeschlossen wurde.

Die Genauigkeit der Testergebnisse liegt bei den meisten Komponententestern zwischen 0,01 und 2 Prozent.

Die Ausgabe der Prüfergebnisse erfolgt in der Regel über stromsparende, kontrastreiche LC-Displays, entweder in Zahlenwerten oder als Klartext bei spezifischen Messwerten zum Beispiel an Halbleitern.

Weiterhin bieten Komponententester die Möglichkeit an, Messreihen auszuführen, um Bauelemente für bestimmte Anwendungen ein- oder auszuschließen. Die Messergebnisse können bei höherwertigen Geräten gespeichert werden und sind über Schnittstellen (RS-232 oder USB) mit Rechentechnik auswertbar.

Für einen Teil dieser Tester wurde Software entwickelt, mit der die ermittelten Daten der Bauelemente spezifisch zugeordnet und in einer Objekt-Bibliothek gespeichert werden können. Es ist auch möglich, eigene Testreihen zu kreieren, die Ergebnisse auf PCs zu übertragen, aufzuzeichnen und zu speichern. Beispiele für solche Programme sind „Sonel Reader“ oder „ABI CompactLink”.

Einsatzgebiete von Komponententestern

Die Komponenten-Tester in unserem Onlineshop sind für die Analyse diskreter, nicht verbundener, stromloser Komponenten entwickelt worden. Diese technische Voraussetzung des Testvorgangs stellt sicher, dass externe Verbindungen oder Bauelemente keinen Einfluss auf die gemessenen Parameter am jeweiligen Bauteil haben.

Diese Multitalente kommen unter anderen zum Einsatz, um fehlerhafte Bauelemente zu identifizieren, Bauelemente auszusondern, die außerhalb festgelegter Toleranzen liegen und elektrische Werte von Bauelementen zu bestimmen, deren Beschriftung unleserlich ist. Daneben dienen sie zur hochpräzisen Widerstandsmessung an Schweißverbindungen, Anschlüssen von Heizelementen, Trafo- oder Motorwicklungen, Abschlusswiderständen, verschweißten Schienensträngen und vielem mehr. In der Wareneingangskontrolle im Elektronikhandel werden sie ebenfalls verwendet, auch zum Auffinden von gefälschten oder nachgebauten Elektronikbauteilen anhand Pin-Falschbelegungen oder niedrigqualitativen Anschlüssen. Diese Geräte sind so konzipiert, dass sie auch von Personal ohne Elektronik-Kenntnisse bedient werden können. Außerdem dienen Komponententester der Prüfung von Schutzleitern, Steckverbindern und Relais. 

Unser Praxistipp: Kontakte sauberhalten

Das A und O der korrekten Messung sind saubere Kontakte aller am Messvorgang beteiligten Kabel und Anschlüsse. An Bauteilen im Außenbereich oder unter harten Industriebedingungen können Anschlüsse und Verbinder korrodieren. Achten Sie darauf, diese Schicht so zu beseitigen, dass sie nicht das Messergebnis durch zusätzliche Übergangswiderstände beeinflusst. Bei Komponententestern für den Außeneinsatz sollten auch die Anschlüsse regelmäßig auf ihren Reinigungszustand geprüft werden.

   

Was ist bei der Verwendung von Komponententestern zu beachten?

Den Komponententestern sind – wie allen Messgeräten – Messkategorien (Abkürzung  CAT mit nachfolgender römischer Ziffer) zugeordnet. Da im Normalfall Bauelemente gemessen werden, die nicht in Schaltungen verbaut sind, ist „CAT I“ die Regel. Das bedeutet: Messungen an Stromkreisen, die keine direkte Verbindung zum Netz haben wie zum Beispiel batteriebetriebene Geräte oder PKW-Elektrik. Bei Komponententestern, die Spannungs- oder Strommessung in einem Gerät anbieten, reicht das bis zu „CAT IV“ hinauf, was die Messung an Messungen an der Quelle der Niederspannungsinstallation wie Stromzähler oder Hausanschluss gestattet.

Einige dieser Tester sichern Schutzarten zu und sind für den Außeneinsatz geeignet.

Einige Produkte erfüllen die Anforderungen der Kalibrierung nach den Standards der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) oder der ISO-Norm. Bei einer Kalibrierung nach Werksstandard ist die Qualität der Produkte auf ein rückführbar zertifiziertes Mustergerät gewährleistet.

Welche Besonderheiten gibt es?

Eine besondere Herausforderung ist das Messen kleinster Widerstands-, Kapazitäts- oder Induktionswerte. Hier können schon die Innenwerte normaler Messleitungen sowie die Übergänge von Messklemme zum Prüfobjekt das Ergebnis verfälschen. Um diese Fehlerursache zu beseitigen, wird die sogenannte Kelvin-Messung angewendet, wobei mit zwei weiteren Leitungen über Spannungsmessung eine Kompensation der Fehler erreicht wird. Als Messleitungen fungieren Koaxial-, Twistet Pair- oder feindrähtige Litzen-Kabel oft mit vergoldeten Anschlussklemmen. Das funktioniert bis zu einer Messleitungslänge von zirka 10 Metern, da dieses Verfahren die physikalischen Werte der Messleitung kompensiert. Es sind Mess-Toleranzen von 0,01 Prozent erreichbar. Dafür hat sich auch der Begriff „Vierdrahtmessung“ eingebürgert. Einige Komponententester haben passende Messleitungen im Lieferumfang.

Bei Testern für integrierte Schaltkreise (IC Tester) werden Adapter für die zu prüfenden Komponenten benötigt. Diese sind teilweise im Lieferumfang enthalten.

Bei sehr kleinen Bauteilen ist darauf zu achten, dass keine Kurzschlüsse mit benachbarten Anschluss-Pins auftreten können. Dafür gibt es entsprechendes, isolierendes Messzubehör.

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