Zangen: Werkzeuge, die kraftvoll zupacken

Zum Lösen von Schrauben und Bolzen, zum Halten von Teilen oder zum Schneiden von Kabeln: Eine gute Zange ist ein Gewinn für jeden Werkzeugkoffer und jede Werkstatt. Hier finden Sie Zangen und Zangen-Sets für kleinere und größere Handwerkerarbeiten.

Die richtigen Zangen für besseres und leichteres Arbeiten

Ob Rohre erneuern, einen Wasserhahn tauschen oder Drähte kürzen: Zangen sind unentbehrliche Greif-, Halte- und Schneidwerkzeuge für den vielseitigen Einsatz. Sie gehören in Branchen wie Sanitär, Elektro, Automobil, Landwirtschaft, Bau, Flugtechnik und der Industrie zu den wichtigsten Werkzeugen überhaupt. Auch beim Heimwerken, für Reparaturen in Haus und Garten und beim Basteln am Fahrrad, Motorrad oder Auto sind Zangen nicht wegzudenken. Eine Grundausstattung an Zangen sollte in jedem Haushalt vorhanden sein.

Eine Zange besteht aus drei Teilen:

  1. Dem Griffpaar, an dem Sie die Zange in die Hand nehmen und halten. Die beiden Griffstücke dienen als Hebel zur Kraftausübung auf den Zangenkopf.
  2. Dem Gelenk, das einen gleitenden Gang besitzt, damit die Zange mit einer Hand leicht zu Öffnen und zu Schließen ist.
  3. Dem Kopf mit den Greifbacken oder Schneiden. Der Kopf enthält das eigentliche Werkzeug – entweder Backen zum Greifen und Halten oder scharfe Schneiden zum Abknipsen und Trennen von Werkstücken.

Zu den bekanntesten Herstellern von Zangen gehören Bahco, Bernstein, C.K., Cimco, Gedore, Hazet, Jokari, Knipex, NWS, Phoenix Contact, Toolcraft, Weidmüller und Wiha.

So bleiben die Zangengelenke fit

Die meisten Zangen sind wartungsfrei und auch die Reinigung ist ein Kinderspiel. Entfernen Sie nach der Verwendung eventuell anhaftende Verschmutzungen oder Schnittreste mit der Hand oder einem Tuch – das war’s schon! Ein Schmieren der Zange mit Öl ist normalerweise nicht nötig, die Mechanik funktioniert auch so. Ein Tropfen Öl ins Gelenk erhält die Gebrauchsfähigkeit und verlängert die Lebensdauer der Zange. Bei nicht-verchromten Zangen kann ein wenig auf die Backen aufgetragenes Öl die Rostbildung verhindern.

Welche Zangen gibt es?

Zangen bekommen Sie in unterschiedlicher Größe, Form, Härtung (in HRC angegeben) und mit spezifischen Eigenschaften. Anhand der Bezeichnung der Zange können Sie deren Anwendungsbereich erkennen. Hier ein Überblick:

Greifzangen

Greifende Zangen ermöglichen eine gute Kraftübertragung auf das Werkstück. Sie dienen zum sicheren Halten, Bewegen oder Drehen von Werkstücken. Zu den Greifzangen zählen beispielsweise Wasserpumpenzangen, Rohrzangen, Flachzangen und Langbeckzangen.

Schneidende Zangen

Zum Trennen, Schneiden oder Abkneifen dienen Seitenschneider, Kneifzangen, Mittenschneider, Vornschneider, Drahtschneider, Kabelzangen, Kabelscheren und Bowdenzugschneider.

Kombinierte Zangen (Kombizangen)

Eine kombinierte Zange – besser bekannt unter der Abkürzung Kombizange – ist eine Universalzange zum Greifen und Trennen. Die ursprüngliche Kombizange besitzt einen gedrungenen Kopf, Varianten sind Storchschnabelzangen und Radiozangen.

Spezialzangen

Spezialzangen unterstützen Sie bei besonderen Anwendungen. Beispiele sind das Öffnen und Schließen von Sicherungsringen (Seegeringzangen, Sicherungsringzangen) oder Blechknabberzangen beziehungsweise Lochzangen zum Ausstanzen von Metallen, Fließen und Leder. Crimpzangen dienen der Verarbeitung von Aderendhülsen und Kabelverbindern. Auch für Kunststoffrohre, Glasarbeiten oder für die Datentechnik gibt es spezielle Zangenmodelle. Abisolierzangen helfen beim schnellen und schonenden Abisolieren von Kabeln.

Was ist beim Kauf einer Zange wichtig?

Eine gute Zange packt sicher zu, greift, hält oder schneidet ohne großen Kraftaufwand und besitzt eine der Anwendung angepasste Härte. Sie liegt griffig in der Hand und ist so konzipiert, dass sie sich Ihrer Hand anpasst und nicht andersherum. Kaufkriterien sollten bei einer Zange daher Stabilität, die Übersetzung unter Berücksichtigung der Ergonomie, das Gewicht und die Größe sein.

Greifbacken

Stimmen Sie die Größe und Form der Greifbacken sowie die Spitze auf den geplanten Einsatzzweck Ihrer neuen Zange ab. Zur Auswahl stehen flache, runde und einseitig abgeflachte (flach-runde) Backen. Glatte Backen liegen flächig auf, Backen mit geriffelter, gezahnter oder gekreuzter Auflagefläche verhindern ein Wegrutschen beim Zupacken.

Gelenk

Von Vorteil sind ein leichtgängiges und spielfreies Gelenk, ein vergüteter Niet oder eine angeschmiedete Gelenkachse. Bei einem aufgelegten Gelenk liegen die beiden Zangenhälften direkt aufeinander. Daraus resultiert eine bequeme Handhabung der Zange mit guten Hebelverhältnissen für ein kraftvolles Halten oder Schneiden. Zangen mit eingelegtem Gelenk sind im Gelenkbereich optimiert. Diese Modelle zeichnen sich durch eine sehr genaue Führung und Kraftdosierung aus. Wasserpumpenzangen verwenden häufig aus Gründen der höheren Stabilität ein durchgestecktes Gelenk. Selbsttätig öffnende Zangen sind am Gelenk oder Griff mit einer Öffnungsfeder ausgestattet.

Material

Zangen bestehen aus Werkzeugstahl, den es in verschiedenen Zusammensetzungen (Legierungen) gibt. Günstige Zangen sind manchmal aus Kohlenstoffstahl ohne härtende Zusätze hergestellt. Dieser Stahl ist bruchempfindlich und erreicht nicht genügend Verformungswiderstand, um harte Drähte schneiden zu können. Qualitativ hochwertige Zangen sind aus einer auf die spätere Beanspruchung der Zange abgestimmten Legierungen gefertigt. Zusätze wie Chrom und Vanadium erhöhen die Zähigkeit und sorgen für den nötigen Verformungswiderstand.

Form des Griffs

Wichtig bei der Zangenauswahl sind anwendungsfreundlich geformte Griffflächen zur Vermeidung von Druckstellen oder Verletzungen. Die Oberfläche sollte gratfrei sein. Achten Sie auch auf die Ausführung des bei vielen Zangenschenkeln vorhandenen Kunststoffüberzugs.

VDE-geprüfte Zangen (isolierte Elektrikerzangen) sind mit isolierenden Griffhüllen ausgestattet. Sie eignen sich je nach Modell für Arbeiten an elektrischen Anlagen, auch unter Spannung bis 1000 V/AC und 1500 V/DC.

Darauf sollten Sie bei schneidenden Zangen achten

Seitenschneider und andere schneidende Zangen unterscheiden sich hinsichtlich der Form und Position ihrer Schneide. Beim klassischen Seitenschneider ist die geschärfte Schneidleiste parallel zu den Griffschenkeln ausgeführt und leicht nach oben abgeschrägt. Durch die Schrägung haben Sie einen guten Blick auf den Arbeitsbereich und können beim Trennen von Elektrokabeln leicht erkennen, welche Litze geschnitten wird.

Bei einem Mittenschneider ist die Schneide gerade ausgeführt und mittig angeordnet. Die Lage der Schneide im Zentrum des Werkzeugs erlaubt eine besonders effiziente Kraftübertragung und ist bei Nägeln und Drähten von Vorteil.

Vorn- und Schrägschneider sind durch Position und Form der Schneide für bestimmte Aufgaben optimiert. Bei einem Vornschneider ist die Schneidekante vorne am Kopf der Zange im Winkel von 90 Grad zu den Griffschenkeln angebracht. Dadurch lassen sich abstehende Drähte, die Köpfe von Nägeln, Schrauben und andere überstehende Materialen weitgehend bündig abkneifen. Schrägschneider sind Vornschneider, bei denen die Schneide im Winkel von meist 45 Grad zu den Griffen angebracht ist.

Schneidezangen mit Nachsetzfunktion reduzieren den Kraftaufwand beim Schneiden durch eine eingebaute Ratsche: Durch mehrfaches Nachsetzen lassen sich auch dicke Drähte ohne große Anstrengung durchtrennen. Bolzenschneiden sind besonders große Mittenschneider mit Übersetzung der Hebelkraft. Sie werden wie die kleineren Kraftschneider zum Trennen harter Drähte verwendet.

Unterschiede gibt es auch bei der Schneidenform: Modelle ohne Facetten sind vorwiegend zum Trennen weicher Werkstoffe geeignet. Schneiden mit Facette besitzen an ihrer Schnittkante eine zweite Abschrägung. Diese stützt die eigentliche Schneide, verleiht ihr Stabilität und macht sie widerstandsfähiger. Schneidende Zangen mit Facette sind daher auch für härtere Drähte und Metalle eine gute Wahl.

Was es hat es mit der Drahtklasse auf sich?

Damit Sie an Ihrem neuen Seitenschneider oder der Kombizange mit integrierter Schneidefunktion möglichst lange Freude haben, sollten Sie in der Produktbeschreibung auf Hinweise zu den Materialien achten, für die das Werkzeug geeignet ist. Zangen mit Schneidefunktion werden in Ausführungen für unterschiedliche Materialien wie Kunststoff, Eisen oder Federstahl angeboten.

Die Kenntnis über die Schnitteignung ist relevant, wenn Sie nicht nur feine Drahtsorten oder haushaltsübliche Elektrokabel, sondern auch ungewöhnliche Materialien wie Federstahldraht problemlos trennen möchten.

Von der Beschaffenheit und Härtung der Schneide hängt ab, welche Werkstoffe die Zange zuverlässig trennen kann. Manchmal werden Hinweise zu den Materialien unter dem Stichwort „Drahtklasse“ angegeben und anhand von Symbolen auf dem Werkzeug dargestellt. Die Drahtart „weich“ steht für weiche Materialien wie Kupfer und Kunststoff. Zangen für mittelharte Werkstoffe schneiden darüber hinaus auch Nägel oder Drahtstifte. Seitenschneider der Kategorie „hart“ kommen auch mit Drahtseilfasern und Stahldraht zurecht. Am Schnittfreudigsten sind mit der Drahtklasse „Piano“ oder „Pianodraht“ gekennzeichnete Zangen, die auch härtesten Federstahldraht trennen.

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