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Ratgeber

Inspektionskameras - Damit haben Sie überall den Durchblick

Inspektionskameras machen Dinge sichtbar, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Weil die zu inspizierenden Innen- oder Hohlräume beispielsweise nur über dünne und gebogene Rohre oder Schläuche zu erreichen sind.

Die Kombination aus digitalen Kameras und lichtleitenden, flexiblen Kabeln hat sich zum universalen Hilfsmittel bei der Beurteilung des Innenlebens von Maschinen, Motoren und komplexen Anlagen entwickelt.

Lesen Sie hier, wie Inspektionskameras aufgebaut sind, wie sie funktionieren und worauf bei der Beschaffung geachtet werden sollte.



Aufbau und Funktion einer Inspektionskamera

Der größte und sofort sichtbare Unterschied zwischen einer Inspektionskamera und einer konventionellen digitalen Miniatur-Kamera ist der Wegfall des am Gehäuse montierten Objektivs. Stattdessen besitzen die auch Endoskop-Kameras oder kurz Endoskope genannten Aufnahmegeräte einen Anschluss für Glasfaserkabel – die bis zu zehn Meter langen, sogenannten Sonden. Sie bestehen im Allgemeinen aus einem Bündel einzelner, äußerst feiner Bildleiter aus Glasfasern sowie einem LED-Lichtleiter beziehungsweise mehreren LED-Leuchten im Sondenkopf zur Beleuchtung des Objekts. Zur Fokussierung besitzt das Bildleiterbündel eine winzige Linse.

Jeder einzelne Bildleiter reflektiert in seinem Innern an den Grenzflächen zickzackförmig den vom Lichtleiter gelieferten und vom Objekt zurückgeworfenen Lichtstrahl. Er entspricht einem Pixel des Aufnahmesensors in der Kamera. Enthält ein Kabel zum Beispiel 307.200 Bildleiter, beträgt die maximal mögliche Auflösung der Aufnahmen 640 x 480 Pixel. Eine Auflösung von 1024 x 768 Pixel würde 786.432 Bildleiter benötigen.

Da allerdings die Flexibilität der Sonde mit zunehmender Anzahl der Bildleiter erheblich abnimmt, liegt die Auflösung selbst bei Geräten der Oberklasse in der Regel bei knapp 700.000 Pixel. Digitalisiert und aufbereitet wird das von den Bildleitern gelieferte Bild über einen CCD- oder CMOS-Chip im Kamerateil.

Inspektionskameras gehören per Definition zu den Werkzeugen und lassen sich entsprechend mobil einsetzen.

Selbst preiswerte Kameras für Heimwerker oder Heimwerkerinnen verfügen über einen Handgriff mit Farbdisplay im Kamerateil und einer Stromversorgung per Batterien oder Akkus. Sowohl das Kamerakabel als auch der Sondenkopf sind meist weitgehend wasserdicht nach IP67 oder IP68 und erlauben somit auch die Untersuchung in gefluteten Rohren.

Neben der Live-Inspektion auf dem Display gestatten die weitaus meisten Endoskope auch die Speicherung der Fotos oder Videos auf handelsüblichen SD-Karten beziehungsweise Micro SD-Karten.

Sie werden einfach in die Kamera gesteckt und ermöglichen so eine optimale Dokumentation der Aufnahmen, oft sogar mit eingeblendeten Zeitangaben.



Auswahlkriterien für die Beschaffung von Inspektionskameras

Einsteiger-Inspektionskameras

Wenn es nur um eine spontane Inspektion geht – zum Beispiel im Rahmen einer Rohrreinigung – genügen schon preiswerte Inspektionskameras unter 100 Euro. Der Aufnahmechip bietet selbst in dieser Preisklasse eine Auflösung von 640 x 480 Pixel und ein Farbdisplay mit 320 x 240 Pixel. Der Sondendurchmesser liegt meist bei 8 Millimeter, die Sondenlänge bei etwa 100 Zentimeter.

Zur Stromversorgung dienen herkömmliche AA-Batterien oder Akkus. Recht vorteilhaft sind die oft angebotenen Aufsätze für den Kamerakopf. So gibt es neben kleinen Häkchen auch Magnete und Spiegel für den Blick „um die Ecke“.

Einstiegs-Inspektionskameras sind allerdings nur recht selten mit Aufnahmefunktionen ausgestattet. Die gibt es erst bei Kameras ab etwa 200 Euro. Dafür erhalten sie aber häufig auch zahlreiche Zusatzfunktionen, zum Beispiel eine Batteriezustandsanzeige, Möglichkeiten der Bildrotation, digitale Zoom-Funktionen sowie einen TV-Ausgang.

Letzterer erlaubt die Übertragung der Bildsignale auf einen Monitor.


Professionelle Inspektionskameras

Professionelle Inspektionskameras in der Preisklasse von über 1000 Euro bieten in der Regel eine Kameraauflösung von wenigstens 960 x 720 Pixel, das Display löst meist in 640 x 480 Pixel auf. Außerdem verfügen gängige Profi-Geräte über einen extra kleinen Kamerakopf von nur 6 Millimeter Durchmesser. Diese Endoskope sind daher ideal für die detailreiche Inspektion unzugänglicher Stellen, beispielsweise in Maschinen und Motoren.

Oft sind auch Hochleistungs-LEDs direkt im Kamerakopf verbaut, der sich bei einigen Modellen sogar in drei Dimensionen per Joystick bewegen lässt. Hilfreich ist auch ein Zoom-Bereich bis zum Zehnfachen.

Da professionelle Inspektionskameras häufig in rauen Umgebungen zum Einsatz kommen, sollte bei der Beschaffung auf eine möglichst hohe IP-Schutzklasse geachtet werden. Zu empfehlen ist IP68, die Sonde mit dem Kamerakopf lässt sich während der Inspektion für maximal 60 Minuten bis zu einer Wassertiefe von 2 Meter verwenden.



Wo werden Inspektionskameras eingesetzt?

Einsatz in der Kanalisation

Wenn früher ein Leck in der Kanalisation festgestellt wurde, rückte umgehend ein Bauunternehmen mit schwerem Gerät an. Dann wurden Straßen gesperrt und Gräben ausgehoben, in der Hoffnung, dass man die undichte Stelle möglichst schnell findet. Entsprechend hoch waren die Kosten für solche Maßnahmen. 

Bevor heute ein Bagger zur Tat schreitet, führen Spezialisten eine Inspektion des Rohres mit einer Kamera durch und identifizieren millimetergenau das Leck im Rohr. Statt lange Gräben auszuheben, kann punktgenau ein Loch gegraben werden, um die Leckage zu beseitigen.

Die Kosten eines solchen Einsatzes können durch den Einsatz einer Inspektionskamera drastisch gesenkt werden. Aber nicht nur in der Kanalisation erweist sich diese spezielle Art von Endoskop-Kamera als nützlich.


Einsatz in Wohn- & Bürogebäuden

Eine Video-Inspektionskamera eignet sich, abhängig von Durchmesser und Schutzart, auch für die Inspektion von Rohren, Kaminen und Lüftungsanlagen in Wohn- und Bürogebäuden. 

Häufig genutzt wird die Kamera-Inspektion zudem im Maschinenbau oder im Kfz-Bereich. Mit einer dünnen Sonde ist es möglich, in Maschinen und Motoren hineinzusehen, ohne dass vorher aufwendige Demontagearbeiten nötig wären.

Auch die Hohlräume einer Karosserie sind mit einem Kamerakopf einsehbar. Nach einem Unfallschaden kann sich ein Gutachter so auch an schwer zugänglichen Stellen einen Eindruck vom entstandenen Schaden machen.




FAQ – häufig gestellte Fragen

Wie lang darf die Sonde einer Inspektionskamera sein, um noch brauchbare Bilder anzeigen zu können?

Die Länge der flexiblen Sonde ist abhängig von der eingesetzten Lichtquelle. Dabei gilt, je heller das Licht, desto besser das Bild. Hochleistungs-LEDs erlauben heute eine Sondenlänge bis zu 10 Meter auch bei relativ kleinen Kameraköpfen.
 

In welchen Formaten speichern hochwertige Inspektionskameras Foto und Videos?

Übliche Bildformate sind JPEG und BMP, wobei letzteres Format über keinerlei Kompression verfügt. Die Dateien sind zwar deutlich größer als bei JPEG, enthalten dafür auch keine Kompressionsartefakte. Videos werden in den meisten Fällen im modernen MP4-Format abgespeichert.
 

Gibt es auch Inspektionskameras mit HDMI-Anschluss?

Die für hochwertige Bild- und Tonübertragung entwickelte HDMI-Schnittstelle findet sich üblicherweise nur an Profi-Endoskopen. Da die heute üblichen Monitore nahezu ausnahmslos über eine HDMI-Buchse verfügen, ist der Anschluss des Endoskops somit sehr einfach. Allerdings wird die HDMI-übliche 4K- oder 8K-Bildqualität in keinem Fall erreicht.
 

Besitzen alle Inspektionskameras ein Kabel aus Glasfasern?

Nein, einige neue Modelle profitieren von der Miniaturisierung der Digitalkameras im Rahmen der Smartphone-Entwicklung. Der Kamerakopf enthält hier sowohl die Aufnahmelinse, die LEDs zur Beleuchtung und den Aufnahmechip inklusive Aufbereitungselektronik. Die Übertragung der Bilddaten und die Versorgung mit elektrischer Energie erfolgt über dünne Litzen innerhalb eines wasser- und staubdichten flexiblen Schlauchs. 

Vorteil dieser Inspektionskameras: Die Auflösung der Fotos und Videos ist höher und detailreicher, da auf die „analoge“ Weiterleitung der Lichtstrahlen verzichtet wird. Außerdem gestattet eine solche Konstruktion deutlich längere Sonden und den Wechsel des Kamerakopfs je nach Bedarf. Es gibt aber auch Nachteile: Der Sondenkopf ist das eigentliche bildgebende Element und kommt unmittelbar mit der Zielumgebung in Berührung. Eine Beschädigung des Kopfes setzt somit das gesamte System außer Gefecht. Inspektionskameras mit Glasfasersonden sind hier erheblich widerstandsfähiger, da sich im Sondenkopf lediglich eine Linse sowie manchmal noch einige LEDs befinden.

 

  

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