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Ratgeber

NHXMH Mantelleitungen

Sie befinden sich meist in Wohngebäuden oder Industrieanlagen sowie überall dort, wo sich gleichzeitig viele Menschen aufhalten oder hohe Sachwerte existieren: NHXMH-Mantelleitungen. In unserem Ratgeber erfahren Sie die elektrotechnischen Hintergründe zu diesem Leitungstyp. Wir geben Ihnen außerdem Tipps für die Beschaffung. 



Was sind NHXMH-Installationsleitungen?

Leitungen des national genormten Typs NHXMH sind bevorzugt dort im Einsatz, wo ein Kabelbrand verheerende Folgen haben könnte. Denn im Gegensatz zu den oft üblichen NYM-Leitungen mit PVC-Ummantelungen sind die Isolationsschichten bei diesen Leitungen halogenfrei. Das heißt: Sollte es zu einem Brandfall kommen, setzt die Isolierung keine toxischen oder korrosiven Gase frei, wie es bei PVC der Fall wäre. Eine Gefährdung von Menschen und erhebliche Schäden an Geräten, Gebäuden und Einrichtungen sind im Brandfall höchst unwahrscheinlich.

Hinzu kommt, dass halogenfreie Isolierungen gemäß aktueller Sicherheitsanforderungen nur schwer entflammbar sind, einer Brandfortleitung entgegenwirken und nur wenig Rauch entwickeln. Diese zahlreichen Vorteile gegenüber PVC-Leitungen haben auch dazu geführt, dass in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern, Kindergärten oder Flughäfen ausschließlich halogenfreie Installationsleitungen verlegt werden dürfen.



Aufbau von NHXMH-Leitungen

Halogenfreie Kabel können ein- oder mehradrig sein, die Leiter sind blanke Kupfer-Litzen. Isoliert sind die Adern durch eine Polyethylenmischung, die Ader-Kennzeichnung entspricht VDE 0293.

Der Außenmantel besteht aus einer halogenfreien Polymermischung.



Eigenschaften von NHXMH-Mantelleitungen

Die elektrischen Eigenschaften beziehen sich auf eine Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius. Die Nennspannung liegt demnach bei 300 beziehungsweise 500 Volt, als Prüfspannung wurde 2000 Volt Wechselstrom genutzt.

Halogenfreie Mantelleitungen dieses Typs zeichnen sich nicht nur durch ihre weitgehende Resistenz gegenüber Bränden aus, sie bieten auch praxisnahe mechanische Vorteile. Dazu gehören zum Beispiel ein erhöhter Schutz gegen Korrosivität sowie ein Mindestbiegeradius fest verlegter Kabel vom Vierfachen des Außendurchmessers.

Zu beachten ist allerdings, das diese Installationsleitungen gegenüber UV-Licht empfindlich sind. Eine Verlegung unter freiem Himmel mit direkter Sonneneinstrahlung ist somit nicht zu empfehlen. Das gilt auch bei der Verwendung als Anschlussleitung für Leuchtstoffröhren, da deren Emissionsspektrum ebenfalls UV-Strahlung enthält. 



Anwendungsbereiche der Mantelleitungen

Das Anwendungsgebiet halogenfreier Installationsleitungen ist sehr breit gefächert.

Es reicht von fest verlegten Kabeln über, auf, im und unter Putz bis zu Anschlussleitungen für elektrische Haushaltsgeräte. Eine direkte Einbettung im Mauerwerk und in Beton ist ebenso möglich wie die Verlegung in nassen Räumen.

Ausnahmen bilden lediglich direkte Einbettungen in Schüttel-, Rüttel- oder Stampfbeton.



Konfektionierung der NHXMH-Kabel

Die weitaus am meisten eingesetzten Leitungen des halogenfreien Typs sind dreiadrig ausgeführt und enthalten neben dem Außen- und Neutralleiter auch den Schutzleiter.

Erhältlich sind außerdem Kabel mit fünf oder sieben Adern und mit jeweils einem Schutzleiter.



FAQ – häufig gestellte Fragen

Was bedeutet die Angabe des Aderquerschnitts in Quadratmillimeter?

Nach wie vor sehr häufig verwechselt werden der Querschnitt und der Durchmesser einer Kabelader.

Der Querschnitt ist ein Flächenmaß und wird deshalb mit einem quadratischen Wert bezeichnet – mathematisch vergleichbar mit dem Produkt aus Höhe mal Breite.

Beim Durchmesser zählt die Strecke, er ist somit ein Längenmaß. Bildlich vorstellen lässt sich der Querschnitt, wenn eine Kupferader mit einem Messer durchtrennt wird. Die dann sichtbare, annähernd runde Fläche der Ader repräsentiert den Querschnitt.

Da in den weitaus meisten technischen Beschreibungen eines Kabels lediglich der Querschnitt einer Ader zu finden ist und man den Durchmesser vergeblich sucht, hier eine Methode zur Umrechnung mit einem Taschenrechner:

Zunächst wird der Querschnitt durch die Kreiszahl Pi (rund 3,14) geteilt. Bei einem Aderquerschnitt von beispielsweise 1,5 Quadratmillimeter ergibt dies den gerundeten Wert 0,48. Daraus nun die Quadratwurzel ziehen – ergibt gerundet 0,69 – und mit 2 multiplizieren. Auf dem Display sollte nun 1,38564xxxxx erscheinen. Und genau das ist der Durchmesser der Ader in Millimeter.


Spielt es bei der Auswahl von Aderquerschnitten eine Rolle, ob es sich um Volldraht oder Litze handelt?

Die Art der Ader spielt durchaus eine Rolle, beispielsweise um den minimalen Aderquerschnitt für die maximal durchleitbare Stromstärke zu bestimmen. Als Faustformel hat sich in Praktikerkreisen der Wert 14 Prozent etabliert. Ein Kabel aus Litzen sollte einen um diesen Prozentsatz größeren Gesamtdurchmesser im Vergleich zu einem Kabel aus Volldrähten aufweisen. Grund: Litzen bestehen aus zahlreichen hauchdünnen Drähten, die zwar sehr eng aneinander liegen, aber dennoch nicht die Kompaktheit eines Volldrahts erreichen.


In einigen technischen Daten wird ein vorhandener Schutzleiter mit dem Buchstaben G gekennzeichnet, in anderen wiederum mit J. Was ist der Unterschied?

In der Praxis gibt es keinen Unterschied. Das G bezeichnet die grüngelben Schutzleiter in der sogenannten harmonisierten beziehungsweise internationalen Kurzzeichen-Tabelle. Die nationale DIN VDE dagegen sieht für einen vorhandenen Schutzleiter den Buchstaben J vor. Ist kein Schutzleiter vorhanden, wird dies mit einem X beziehungsweise einem O gekennzeichnet.

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