Dekupiersägen: Schneiden, sägen und basteln mit Präzision

Mit einer Dekupiersäge führen Sie filigrane Schnitte in dünnen Holz- und Metallplatten sowie Kunststoffen durch. Die Feinsägen für präzise Schnitte mit geschwungenen Formen eignen sich fürs Ausschneiden und Zuschneiden von Werkstoffen in den Bereichen Modellbau, Bastelarbeiten, Kunsthandwerk, Spielzeugbau und Möbelherstellung.

Was kann eine Dekupiersäge?

Eine Dekupiersäge ist die elektrisch betriebene Variante einer klassischen Laubsäge für Feinschnitte jeder Art. Das im Vergleich zu Bandsägen oder Stichsägen viel dünnere und schmalere Sägeblatt besitzt scharfe Zähne. Es wird von einem Hubmotor an einem Parallelarm auf und ab bewegt, läuft also nicht wie bei einer Bandsäge im Kreis. Dadurch lassen sich feinste Schnitte besonders exakt durchführen. Praktisch: Sie können dafür normale Laubsägeblätter verwenden.

Die Dekupiersäge ist mit einem Arbeitstisch ausgestattet, auf dem Sie die die Ausgangsplatte ablegen. Der Tisch sorgt für eine ebene Arbeitsfläche. Der Motor sitzt unter oder seitlich von der Platte und nimmt dadurch kaum Platz in Anspruch. Das Sägeblatt verbleibt beim Schnitt an Ort und Stelle, stattdessen bewegen Sie die Werkstoffplatte mit beiden Händen. Dadurch lassen sich filigrane Laubsägearbeiten und Formschnitte freihändig durchführen, sodass ein einziger fließender, durchgängiger und glatter Schnitt entsteht.

Auch zum Sägen von Kurven sind die Geräte geeignet. Mit ein wenig Übung schneiden Sie sogar komplexe Figuren aus, deren Umrisslinien Sie entlang des Sägeblatts folgen. Für einen präzisen Schnitt genügt wenig Druck gegen das Sägeblatt. Selbst als Anfänger können Sie schwierige Innenschnitten vornehmen. Um innere Bereiche auszuschneiden, bohren Sie einfach Löcher für die auszusägenden Formen in die Holzplatte. Führen Sie das Dekupiersägeblatt dann durch die Löcher hindurch.

Wo überall ist eine Dekupiersäge einsetzbar?

Die vielseitigen Sägen sind ein kreativer Riesenspaß für die ganze Familie, der auch Jugendliche unter Aufsicht von Erwachsenen stundenlang beschäftigt. Die einfache Handhabung und die hohe Genauigkeit beim Schnitt machen Dekupiersägen beim Modellbau und für Bastelarbeiten mit Holz und Kunststoff unentbehrlich. Mit den Feinsägen stellen Sie unter anderem Wandschmuck, Schlüsselbretter, Schlüsselanhänger, Untersetzer, Visitenkartenhalter, Logos und Holzbilder her.

Auch individuelle Dekoration für Ihre Wohnräume oder als selbst gemachtes Geschenk für Freunde lassen sich mit der Motorlaubsäge anfertigen. Für Holzbuchstaben erstellen Sie am PC Schriftzüge, die Sie ausdrucken und als Vorlage verwenden.

Holzpuzzles schneiden Sie freihändig. Silhouetten, Scherenschnitte und Schattenbilder lassen sich auf Holz übertragen und dann ausschneiden. Produktdesigner und Entwickler können ihre am Computer entworfenen Modelle in Holz als Prototyp oder Kleinserie umsetzen. Gesägte Holz- oder Kunststoffstücke lassen sich auch zusammenkleben oder verschrauben, etwa für größere Wohnaccessoires wie selbst gestaltete Tisch- oder Effektleuchten, Tücherboxen oder Sammelbehälter.

Kostenlose Laubsägevorlagen aus dem Netz

Über das Internet haben Sie Zugriff auf eine Vielzahl kostenloser Laubsägevorlagen zum Ausdrucken. Die Muster können Sie einfach nachschneiden oder als Ideenquelle und Arbeitsgrundlage für eigene Sägearbeiten mit Ihrer neuen Dekupiersäge verwenden. Die größte Auswahl gibt es auf englischsprachigen Webseiten. Suchen Sie bei Google oder einem Suchdienst Ihrer Wahl nach Scrollsaw Pattern oder Scrollsaw Projects.

Auch Musterbücher aus den Bereichen Fensterfarben (Window-Color) und Fotokarton lassen sich für Dekupiersägearbeiten verwenden.

Welche Werkstoffe lassen sich bearbeiten?

Dekupiersägen werden am häufigsten für den Holzfeinschnitt eingesetzt. Geeignet sind die Geräte für die Bearbeitung von Holz, Kunststoff, Pappe, Karton, Metall, Kunststoff, Platinen oder Gips. Sägen lassen sich etwa Werkstoffplatten geringer Höhe aus MDF, Fichtenleimholz, Furnierholz, Pappel oder Birkensperrholz sowie Harthölzern wie Buche, Eiche oder Esche. Mit geeigneten Sägeblättern schneiden Sie Acrylglas, Zinkblech und Gipskarton.

Praxistipp: Stapelschnitt für identische Werkstücke

Mit einer Feinsäge können Sie mehrere Teile auf einmal zuschneiden. Sie erhalten dann in einem Arbeitsgang mehrere identische Objekte. Der Trick besteht darin, mehrere Werkstoffplatten übereinanderzustapeln und dann zu sägen. Damit sich der Plattenstapel beim Zuschnitt nicht löst, umwickeln Sie die Kanten mit einem breiten Klebeband. Auch mit ein paar Tropfen Kleber aus einer Heißklebepistole lassen sich die Platten vorübergehend sicher fixieren. Weitere Möglichkeiten zum festen Stapeln der Platten bietet doppelseitiges Klebeband und vorsichtiges Heften mit dünnen Nägeln oder einem Tacker.

  

Wichtige Ausstattungsmerkmale von Dekupiersägen

Vergleichen Sie bei der Auswahl einer Säge die Tischgröße, die Arbeitstiefe (Hubtiefe), die Hubgeschwindigkeit sowie die Schnitthöhe. Modelle mit Drehzahlregulierung, wählbarem Sägehub und stufenlos einstellbarer Spannung des Sägeblattes können Sie optimal an das jeweilige Material anpassen. Ein optionaler Laser unterstützt Sie bei der exakten Schnittführung.

Eine integrierte Abblasvorrichtung (Gebläsevorrichtung) und/oder ein Absauganschluss entfernt Sägespäne und Staubpartikel vom Werkstück. Eine Arbeitsfeldfeuchte sorgt für bessere Sicht auf den Schnittbereich. Ein schwenkbarer Arbeitstisch ist bei Schrägschnitten (Gehrungsschnitten) hilfreich und ein Aufbewahrungsfach für Sägeblätter sorgt für Ordnung.

Was brauche ich für Feinschnitte?

Neben der Dekupiersäge und einer Steckdose benötigen Sie Feinschnitt-Sägeblätter für die zu bearbeitenden Massiv-, Sperrholz- oder Kunststoffplatten. Als persönliche Schutzausrüstung ist eine Schutzbrille empfehlenswert. Beim An- und Aufzeichnen helfen Bleistift und Radiergummi sowie Mess- und Anreißwerkzeuge. Zum Verfeinern der Schnittkanten verwenden Sie Schleifpapier. Mehrteilige Laubsägearbeiten verbinden Sie mit Klebstoff.

Praktische Ergänzungen zur Feinsäge sind eine Tischkreissäge mit Anschlag zum Zuschneiden der Platten sowie für rechtwinklige Ecken und Kanten. Für saubere, senkrechte Löcher bei feinen Laubsägearbeiten ist eine Ständerbohrmaschine oder alternativ ist eine normale Bohrmaschine oder ein Multi-Tool hilfreich.

So einfach arbeiten Sie mit einer Dekupierfeinsäge

  • Vorzeichnen

    Zeichnen Sie freihändig, nach den Maßen eines Bauplans oder durch Abpausen einer Vorlage den Umriss der gewünschten Figur auf die zu bearbeitende Platte. Skizzieren Sie einfach mit einem Bleistift, was Ihnen gefällt. Korrekturen am Entwurf sind mit einem Radiergummi kein Problem. Sind Sie mit dem Design zufrieden, geht es ans Aussägen.

  • Zusägen

    Lösen Sie den Schnellspanner oder die Spannschraube an der Säge und spannen Sie ein passendes Sägeblatt ein. Die Zähne sollten in Richtung des Sägetischs zeigen. Schalten Sie das Gerät ein. Schneiden Sie den äußeren Umriss entlang der Konturlinie aus. Je nach Entwurf kann es ratsam sein, einzelne Bereiche der Holzplatte hilfsweise grob abzusägen, damit das Werkstück handlicher wird und Sie es leichter drehen können, um dem Umriss zu folgen.

  • Nachbearbeiten

    Hat das alles geklappt, halten Sie Ihre erste Sägearbeit in Ihren Händen. Nun können Sie die Kanten noch mit Schmirgelpapier oder einem Multi-Tool nebst Fräskopf verfeinern. Dadurch entfernen Sie eventuell abstehende Holzreste und glätten unebene Stellen. Wenn Sie mögen, können Sie die fertige Feinsägearbeit noch bemalen.

Das richtige Sägeblatt finden

Dekupiersägeblätter bestehen aus hochvergütetem Spezialstahl und zeichnen sich durch eine hohe Schnittleistung und Lebensdauer aus. Die Wahl des Sägeblatts hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab - etwa der Stärke und Dichte des Werkstoffs, schnelles Schneiden (grobe Sägezähne, Weitzahn), sauberer Schnitt (feine Zahnung) oder spiralförmiger Zahnung zum flexiblen Schneiden in alle Richtungen. Die Sägeblatt-Länge richtet sich nach der Säge. Am besten legen Sie sich einen kleinen Vorrat unterschiedlicher Blatttypen zu. Dann können Sie mit den Sägeblättern experimentieren und haben für jedes Material das richtige Sägeblatt zur Verfügung.

Tipp: Bewahren Sie die Blätter in transparenten Röhrchen auf, dann können Sie rechtzeitig erkennen, welche Blätter zu Ende gehen.