Installations-Funkschaltsysteme: Schalten und Steuern aus der Ferne

Mit dem Handsender öffnen, schließen, schalten und steuern

Installations-Funkschaltsysteme sind zum bequemen, abhörsicheren und manipulationsfreien Fernschalten von elektrischen Verbrauchern gedacht. Sie bestehen aus mindestens einem Sender und einem Empfänger und zeichnen sich durch eine praxisgerechte Reichweite aus.

An die Relaisausgänge des Empfängers werden die zu steuernden Geräte oder Schaltkreise angeschlossen. Ein Knopfdruck am Sender genügt dann – und schon öffnen oder schließen sich Tore und Türen oder Lichter und Pumpen schalten sich ein. Je nach Modell lassen sich bis zu 32 Sender pro Empfänger anlernen.

Die Einsatzmöglichkeiten von professionellen Funkschaltsystemen sind vielfältig und reichen von Garagen- und Hoftorantrieben, Eingangstor- und Türöffnern und Zugangssystemen über Lampen und Beleuchtungen, Markisen, Jalousien und Rollläden bis hin zu Be- und Entlüftungsanlagen, Pumpensteuerungen, Klima­ und Bewässerungsanlagen sowie der Steuerung von elektrischen, hydraulischen und pneumatischen Systemen. Funkschaltsysteme ermöglichen auch ein ferngesteuertes Öffnen und Schließen schwer zugänglicher Dach­ und Hallenfenster.

Einfache Inbetriebnahme

Zur Inbetriebnahme werden Sender und Empfänger einmal miteinander synchronisiert. Dazu genügt es, den Anlernmodus an den Geräten gemäß beiliegender Bedienungsanleitung zu aktivieren und die gewünschte Taste am Handsender zu drücken – fertig! Nicht ganz so komfortabel ist die Inbetriebnahme bei Systemen mit DIP-Schaltern. Bei diesen Geräten stimmen Sie Sender und Empfänger über Minischalter im Gehäuse aufeinander ab.

Anders als mobile Smart-Plugs, also Funkzwischenstecker, die Sie zwischen Steckdose und Geräte wie einer Stehleuchte anbringen, ist bei den Empfängern von Installations-Funkschaltsystemen eine Festmontage vorgesehen. Je nach Modell und Aufgabenstellung lassen sich die Spezialisten fürs Fernschalten in Anschluss- und Verteilerkästen oder an Hutschienen von Schaltschränken und Sicherungsschränken installieren. Einige Modelle unterstützen eine wählbare Versorgungsspannung von DC 12V bis 24V und AC 230V. Wenn Sie Empfänger im Außenbereich einsetzen möchten, ist ein Modell mit wasserdichtem Gehäuse praktisch.  

Wie viele Kanäle benötige ich?

Von der Anzahl an Kanälen hängt ab, wie viele unterschiedliche Schaltkreise und damit Geräte oder Anlagen Sie voneinander unabhängig steuern können. Faustregel: Für jeden Kreis – beispielsweise Lampen oder Lampengruppe, Steckdosengruppe, Brunnen, Tor, Markise – ist ein eigener Kanal erforderlich. Über einen Kanal können Sie ein Relais und damit ein einzelnes Gerät oder eine Gerätegruppe schalten.

Üblicherweise erlauben Empfänger eine Einzelansteuerung der Kanäle, manche Modelle unterstützen aber auch eine synchrone Ansteuerung aller Kanäle.

Ein Beispiel: Soll Ihr neues Funksystem das Garagentor öffnen und schließen, reicht dafür ein Installations-Funksystem mit einem Kanal aus. Sollen bei einer größeren Garage drei Tore mit jeweils eigenem Motor unabhängig voneinander geschaltet werden, benötigen Sie einen Empfänger mit mindestens drei Funkkanälen. So lässt sich jedes der drei Tore unabhängig von den anderen beiden öffnen und schließen.

Üblicherweise gibt es bei drei Toren auch drei Fahrzeuge, in denen jeweils eine Fernbedienung liegen soll. Als Handsender kommen für das Garagenbeispiel mit drei Türen daher zwei Varianten in Betracht:

Möglichkeit 1: Ein 1-Kanal-Handsender für jedes Tor. Für drei Fahrzeuge benötigen Sie drei Handsender. So kann jede berechtigte Person das ihr zugewiesene Tor fernbedienen.

Möglichkeit 2: Ein Handsender mit mindestens drei Kanälen. Für drei Fahrzeuge benötigen Sie drei Handsender. Damit jede berechtigte Person nur das ihr zugewiesene Tor bedienen kann, ist in den Sendern nur je ein Kanal programmiert. Allerdings ist diese Lösung besonders flexibel: Mietet etwa jemand zwei der Garagenplätze, lässt sich sein 3-Kanal-Handsender leicht so programmieren, dass beide Tore einzeln oder gemeinsam von einem Sender aus zu bedienen sind.  

Unser Praxis-Tipp

Für Reinigungspersonal oder den Eigentümer der Garage ist ein zusätzlicher Handsender mit mindestens 3 Kanälen empfehlenswert, bei dem alle drei Kanäle auf die einzelnen Tore eingestellt sind. Dadurch lassen sich etwa zu Reinigungs- und Kontrollzwecken oder bei Notfällen alle drei Garagentore über eine Fernbedienung öffnen und schließen.  

  

Welche Sendefrequenzen kommen zum Einsatz?

Funksysteme zur Installation verwenden lizenzfreie Funkfrequenzen. Je nach Modell nutzen sie Funkkanäle um 433 MHz oder 868 MHz. Der 433-MHz-Frequenzbereich ist stärker frequentiert, weil hier eine Vielzahl an Geräten teilweise mit starker Sendeleistung funkt. Den Frequenzbereich um 868 MHz dürfen Geräte gemäß den Richtlinien der Bundesnetzagentur nur mit begrenzter Sendeleistung und stets nur für kurze Zeit benutzen. Deshalb sind hier geringere Störeinflüsse durch Sender in der Nachbarschaft zu erwarten. Bei einigen Modellen ist die Arbeitsfrequenz für den individuellen Bedarf einstellbar. Funksysteme mit bidirektionaler Übertragung bieten auf Wunsch eine optische Rückmeldung am Sender.

Schalt- und Tasterfunktion

Viele Empfänger erlauben die Ansteuerung angeschlossener Geräte oder Anlagen wahlweise mittels Schalt- oder Tasterfunktion. Dadurch sind die Systeme besonders vielseitig einsetzbar. Im Schaltermodus arbeitet der Empfänger als Dauerschalter und damit wie ein herkömmlicher Wandschalter, bei dem Sie durch Umlegen der Wippe eine Leuchte ein- oder ausschalten. Im Tastermodus („Toggle-Modus“) gibt der Empfänger einen kurzen Schaltimpuls weiter, wie Sie es etwa von Lichtschaltern in größeren Treppenhäusern kennen. Das jeweilige Relais wird also nur so lange angezogen, wie die Sendetaste betätigt wird. Einige Modelle bieten zudem eine Timerfunktion, mit der Sie einstellen können, wie lange das Relais am Sender angezogen werden soll.

  

Wie groß ist die Funkreichweite?

Funkschaltsysteme zur Festinstallation gibt es mit unterschiedlicher Reichweite. Diese liegt je nach Modell zwischen 30 und 1.000 Meter weit und ist in der jeweiligen Produktbeschreibung angegeben.

Die Reichweite bezieht sich immer auf optimale Bedingungen mit freier Sicht ohne Störeinflüsse. Elektromagnetische Felder, Motoren, andere Sender oder Hindernisse wie Stahlbeton, Wände, Eisenzäune, Glas und ähnliche Materialien können die Reichweite im Einzelfall beeinträchtigen. Die typischerweise innerhalb von Gebäuden erzielbare Reichweite liegt daher unterhalb der angegebenen Maximalreichweite.

Zu einer Reduzierung der Reichweite kann es auch bei der Montage des Funkempfängers in einem Metallschaltschrank kommen. In diesem Fall können Sie sich mit einer flexiblen externen Antenne behelfen, die für einige Funkschaltsysteme verfügbar ist.

Funkschaltsysteme mit großer Reichweite sind übrigens nicht nur zum Fernschalten auf größere Distanz nützlich, um beispielsweise ein weiter entferntes Hoftor zu betätigen. Modelle mit großer Reichweite können wegen ihrer stärkeren Sendeleistung auch für zuverlässige Schaltvorgänge auf kurzer Distanz praktisch sein. Sie lassen sich einsetzen, wenn aufgrund baulicher Bedingungen oder Störungen mit Kurzdistanzsystemen keine Fernsteuerung möglich ist.

Unser Praxis-Tipp: Reichweite prüfen

Die maximale Reichweite von Funksystemen am geplanten Installationsort kann durch Hindernisse wie Betonwände, Decken oder andere elektrische Geräte beeinträchtigt werden. In solchen Fällen hilft es meist schon, den Standort des Funkempfängers ein wenig zu verändern, um Störeinflüsse gering zu halten oder ganz zu vermeiden. Um die optimale Installationsposition herauszufinden, ist es vor einer Festmontage ratsam, die Reichweite im Probebetrieb des Empfängers an mehreren Stellen zu testen. Haben Sie die bestmögliche Position bestimmt, befestigen Sie den Empfänger.

  

Wie sicher sind Funkschaltsysteme?

Installations-Funkschaltsysteme sind in der Regel Profi-Geräte mit Sicherheitsfunktionen zum Schutz vor Manipulation. Das stellt sicher, dass Unbefugte zum Beispiel weder das Hoftor noch die Garagentür öffnen können. Die Hersteller von Funkschaltsystemen setzen auf verschiedene Sicherheitsverfahren, etwa codierte Sendesignale, das nach einem bestimmten Schlüssel modulieren. Geräte mit höherer Sicherheitsstufe nutzen eine verschlüsselte Signalübertragung in Verbindung mit dem Rolling-Code-Verfahren. Es macht jedes vom Sender zum Empfänger verschickte Signalpaket einmalig und nicht wiederholbar.

Weil jeder Anbieter ein individuelles Schutzverfahren nutzt, sind in der Regel nur Sender und Empfänger eines Herstellers und aus einer Modellreihe zueinander kompatibel.

Unser Praxis-Tipp: Erweiterbarkeit berücksichtigen

Haben Sie sich erst einmal an den Bedienkomfort Ihres neuen Funkschaltsystems gewöhnt, finden sich erfahrungsgemäß schnell weitere Einsatzbereiche. Daher empfiehlt es sich, bereits bei der Anschaffung einer Installations-Funkschaltlösung spätere Erweiterungsmöglichkeiten in Form zusätzlicher Kanäle zu berücksichtigen. Planen Sie einfach ein bis zwei Reservekanäle ein, Sie die leicht für neue Fernbedienaufgaben verwenden können.

  

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