Ratgeber

CEE Stromverteiler » Wasserfeste Varianten für den Outdoor-Betrieb

Man sieht sie auf Baustellen, Wochenmärkten und Open-Air-Veranstaltungen.
Wetterfeste Stromverteiler stellen elektrische Energie genau da zu Verfügung, wo sie gerade benötigt wird. Flexibel, sicher und leistungsstark. Und immer nur abhängig von einer einzigen Stromquelle zur Speisung. Was genau unter einem CEE-Stromverteiler zu verstehen ist, wie er funktioniert und worauf es bei Beschaffung und Betrieb ankommt, das erfahren Sie hier.



So kommt das CEE in den Stromverteiler

Normaler Haushaltswechselstrom fließt bekanntlich mit 230 Volt aus den Steckdosen. Existieren in einem Raum nicht genug Steckdosen für die anzuschließenden Geräte, wird üblicherweise mit Vielfach-Stromverteilern wie Steckdosenleisten nachgebessert. CEE-Stromverteiler funktionieren nach dem gleichen Prinzip – allerdings verteilen sie nicht nur den normalen einphasigen Wechselstrom, sondern in erster Linie den dreiphasigen Drehstrom. Und der basiert auf einer Nennspannung von 400 Volt.

Um für solch hohe Spannungen und damit einhergehend hohe Ströme sichere Kontakte zu gewährleisten, wurden so genannte CEE-Gerätestecker, CEE-Steckdosen und CEE-Kupplungen entwickelt. Das Kürzel CEE steht dabei für „Commission internationale de réglementation en vue de l’approbation de l’équipement électrique“, zu Deutsch etwa „Internationale Regelungskommission für die Zulassung von elektrischen Geräten“.

Die Bezeichnung CEE ist allerdings inzwischen veraltet, heute gilt für diese Art Steckverbindungen die Normenreihe IEC 60309 der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) für "Stecker, Steckdosen und Kupplungen für industrielle Zwecke". Dennoch wird umgangssprachlich nach wie vor das Kürzel CEE genutzt. Die zugelassene maximale Spannung laut IEC 60309 beträgt 1000 Volt Gleich- oder Wechselstrom, der Strom darf 800 Ampere und eine Frequenz von 500 Hertz nicht überschreiten. Der zugelassene Umgebungstemperaturbereich beträgt -25 °C bis 40 °C.

CEE-Stromverteiler sind unter Freiluftbedingungen auch deshalb so beliebt, weil sie nach IP44 gegen Spritzwasser von allen Seiten – also meist Regen – geschützt sind. Außerdem werden sie manchmal auch in Situationen eingesetzt, in denen ihre besonderen Fähigkeiten wie hohe Strombelastbarkeit oder dreiphasige Einrichtungen gar nicht benötigt werden: Sie sollen potenzielle Benutzer davon abhalten, Haushaltsgeräte an die Steckdosen anzuschließen, da "normale" Haushaltsstecker nicht passen.

CEE-Stromverteiler und CEE-Steckdosen sind entsprechend dem verwendeten Spannungsbereich und der Frequenz codiert und farblich gekennzeichnet: Übliche Farben für 50 bis 60 Hertz Wechselstrom sind Gelb für 100 bis 130 Volt, Blau für 200 bis 250 Volt und Rot für 380 bis 480 Volt. Blaue Armaturen mit 230 Volt und üblichen Schuko-Steckdosen finden sich häufig als wetterfeste Außensteckdosen für die Nutzung elektrischer Geräte im Freien. Die roten Dreiphasenversionen werden für tragbare Dreiphasengeräte wie rotierenden elektrische Maschinen verwendet.



Stift-Belegung gängiger Stromverteiler nach CEE

Rote Ausführung mit drei Phasen, einem Neutral- und einem Schutzleiter

Der rote Verbindungstyp ermöglicht den Anschluss an das weit verbreitete 400-Volt-Drehstromnetz. Die gebräuchlichsten Nennwerte sind 16 Ampere, 32 Ampere und 63 Ampere, 125 Ampere sind weniger üblich. Baustellen in Mitteleuropa haben die meisten ihrer Verkabelungen für höhere Leistung mit diesem dreiphasigen Steckertyp ausgestattet. Vorteil: Die einphasige Spannung von 230 Volt bis zum Neutralleiter steht für andere Geräte zur Verfügung. Der dafür notwendige Leistungsteiler besteht aus einem roten Stecker als dreiphasigem Eingang und Gruppen von einphasigen Ausgängen mit individuellen Schutzschaltern wie FI-Schalter. Solche Konfigurationen werden sehr häufig für Freiluftausstellungen, Festivals und Großveranstaltungen verwendet.

Wenn man auf die CEE-Steckdose – also den Ausgang – schaut, sollte die Phasenfolge L1, L2, L3 und der Neutralleiterstift im Uhrzeigersinn von der Erdungsbuchse ausgehen. Am entsprechenden CEE-Stecker laufen die Stifte gegen den Uhrzeigersinn. Da einige Verdrahtungen vertauscht sein können – was dazu führen würde, dass Motoren rückwärts drehen – verfügen viele Maschinen auf Baustellen über einen Phasenvertauschstecker. Mit ihm lässt sich die die Phasenfolge umkehren.

Dreiphasige Elektromotoren benötigen nicht zwingend einen Neutralleiter, um zu funktionieren. Deshalb genügt auch die rote vierpolige Variante mit drei Phasen und Erde. Die beiden Varianten sind allerdings nicht miteinander kombinierbar.


Blaue Ausführung mit einer Phase, einem Neutral- und einem Schutzleiter

Der blaue Verbindungstyp ist wie beim üblichen Haushaltsstrom einphasig belegt. Insbesondere die kleinste wetterbeständige 16-Ampere-Variante hat sich vor allem in Campingfahrzeugen, Wohnwagenparks und Yachthäfen in ganz Europa durchgesetzt.
Der so genannte "Caravanstecker" hat fast überall eine Vielzahl anderer nationaler 230-V-Haushaltsstecker ersetzt, da er europaweit und inhärent sicher der Norm IP44 entspricht.
In größeren temporären Gebäuden, insbesondere mit Elektroheizungen, ist dagegen häufiger der größere 32-Ampere-Stecker anzutreffen.

Die Buchsen in der Steckdose sind normalerweise in der Reihenfolge Erde, Außen- und Nullleiter im Uhrzeigersinn angeordnet. Wenn Steckdosen „mit Blick nach unten“ montiert sind, ist das CEE-Steckverbindersystem für den Einsatz im Freien bei jedem Wetter geeignet.



So sind CEE-Verteiler aufgebaut

Dem häufigsten Einsatzgebiet entsprechend sind mobile Stromverteiler nach CEE sehr robust aufgebaut und widerstandsfähig gegen mechanische und wetterbedingte Beanspruchungen. Sie bestehen in der Regel aus hochbruchfestem Spezialkunststoff. Wie bei haushaltsüblichen Stromverteilern erfolgt der Anschluss an die Stromquelle über ein fest installiertes Kabel mit Stecker oder eine CEE-Kupplung für ein Verlängerungskabel. Üblich sind integrierte Fehlerstromschalter – beispielsweise FI-Schutzschalter – und Sicherungen. Viele Stromverteiler verfügen zudem auch über normale Schutzkontakt-Steckdosen zum Anschluss von 230-Volt-Haushaltsgeräten.

Für den Einsatz an einem festen Ort – beispielsweise auf Campingplätzen oder Wochenmärkten – stehen als Stromverteiler so genannte Energiesäulen zur Verfügung. Diese Varianten sind meist mit dem hohen IP54-Schutz versehen, ihre Gehäuse widerstehen somit Staub in schädigender Menge und allseitigem Spritzwasser. Außerdem sind sie Ein- und Ausgänge vollständig gegen Berührung geschützt.



FAQ – häufig gestellte Fragen

Was ist unter einem „Hängeverteiler“ zu verstehen?

In Werkstätten oder Hobbyräumen beispielsweise wäre es unpraktisch oder sogar gefährlich, CEE-Stromverteiler mit einem über Boden oder Tischen laufenden Kabel zu betreiben. Für solche Fälle sind Stromverteiler für das Aufhängen unter der Decke gedacht. Die Hängevorrichtung besteht vielfach aus einer Kette und einem „Energiewürfel“ mit Steckdosen an mehreren Seiten.

Lassen sich CEE-Stromverteiler nur über Kabel oder Kupplungen mit der Stromquelle verbinden?

Für fest an eine Wand zu montierendem Stromverteiler wäre eine fixe Kabel- oder Steckverbindung höchst unpraktisch. Deshalb sind Verteiler im Handel, die vollständig auf Kabel- oder Steckverbindungen zur Stromquelle verzichten und stattdessen auf der Rückseite über Schraubklemmen verfügen.

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